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Seite 1 von 2 von Hansruedi Ramsauer
Pensions- und Rentenkassen gehören zu den Errungenschaften des vergangenen Jahrhunderts. Sie waren angetreten, der Altersarmut den Garaus zu machen. Lange lief alles gut und die schleichende Verlängerung des durchschnittlichen Lebensabends wurde aus populistischen Gründen unter den flauschigen Teppich der Staatsverschuldung gekehrt.
Die Logik, dass bei einer älter werdenden Bevölkerung auch der Beginn des Rentenalters heraufgesetzt werden muss, haben sich ganze Generationen verweigert. Jede Medaille hat zwei Seiten und dementsprechend ist auch ein längeres Leben nicht kostenlos zu haben. Politiker, welche sich dieser Logik verweigert haben, wurden frenetisch bejubelt und erfolgreich wieder gewählt unter dem Motto „Die Rente ist sicher!“.
Selbstverständlich muss auch die Frage gestellt werden, ob unter der Voraussetzung eines höheren Renteneinstiegsalters die Arbeitsplätze vorhanden sein würden. Tatsächlich ist dies heute nicht gegeben, aber damals, als das Problem erstmals erkannt wurde, schon. Die Schweiz musste Arbeiter im Ausland rekrutieren, damit alle offenen Stellen besetzt werden konnten – vorab in Ex-Jugoslawien. (Oft waren es die selben politischen Kreise – die bürgerlichen Parteien -, welche sich später über die vielen Ausländer (Familiennachzug) beklagten.)
Unter diesen Voraussetzungen versteht es sich von selbst, dass der Druck auf die Altersvorsorge-Institute eine möglichst hohe Rendite zu erwirtschaften genau so schleichend zunahm. Der Begriff „Shareholder-Value“ war plötzlich in aller Munde. (Oft bekämpften die selben Leute – die linken Parteien - das Shareholder-Value-Denken, welche sich gegen ein höheres Rentenalter einsetzten.)
Die Logik sieht auf den ersten Blick bestechend aus: Wenn eine höhere Rendite erwirtschaftet werden kann, lässt sich auch die steigende Lebenserwartung ohne höhere Beiträge finanzieren. Aber ganz so einfach ist es nicht….
Da die Pensionskassen – weltweit ca. 20'000 Milliarden Schweizer Franken – eine möglichst hohe Rendite erwirtschaften müssen, geben sie diesen Druck an die Unternehmen weiter. Die Unternehmen versuchen nun, um diesem Druck gerecht zu werden, Prozesse zu rationalisieren, Kosten zu senken und Arbeitsplätze in Billiglohnländer zu verschieben.
Wer dem Credo der Renditemaximierung nicht gerecht wird, wurde und wird an der Börse gnadenlos abgestraft. Einer der wichtigsten Marktteilnehmer an den Börsen sind – Sie erraten es sicher schon – die Pensionskassen!
Und jetzt beisst sich die Katze selber in den Schwanz. Unter dem Druck der Renditemaximierung werden Leute entlassen, welche wiederum unsere Rente finanzieren sollen. Ein Schuss in den Ofen…
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