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Seite 1 von 2 von Dominik Feldges
Bis vor wenigen Jahren bildeten Private-Equity-Gesellschaften eine geschlossene Gesellschaft, aus der nur wenig an die Öffentlichkeit drang. Namen wie Blackstone, Carlyle und Kohlberg Kravis Roberts (KKR) in den USA oder Apax, CVC Capital Partners und Permira in Europa waren lediglich Investmentbankern und wenigen Industriellen geläufig, die schon Bekanntschaft mit dieser Gruppe von Finanzinvestoren geschlossen hatten.
Inzwischen sind die Grossen der Branchen aber schon fast Tagesgespräch und in den Wirtschaftsspalten der Zeitungen ebenso häufig anzutreffen wie die Namen der grossen Wertschriftenhäuser aus Wallstreet.
Noch haben jedoch erst wenige Anleger eine Ahnung über die effektive Grösse der Private-Equity-Unternehmen. Die untenstehende Tabelle ist ein Versuch, einen Überblick über die führenden Häuser zu geben, die sich auf Investments in nicht kotierte Unternehmen spezialisiert haben. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Viele Angaben beruhen auf Schätzungen, weil die Beteiligungsgesellschaften von wenigen Ausnahmen abgesehen im Privatbesitz sind und deshalb keine Angaben über die Anzahl Mitarbeiter oder die Höhe der verwalteten Vermögen zu machen brauchen.
Warten auf League Tables
Immerhin haben verschiedene Häuser – wohl auch wegen des wachsenden Konkurrenzkampfes und des steigenden öffentlichen Interesses – ihren Auftritt im Internet ausgebaut, sodass es sich lohnen kann, ihre Websites zu besuchen. Auf Ranglisten beziehungsweise League Tables, wie sie für viele andere Finanzbereiche existieren, oder branchenweite Bewertungen von Private-Equity-Häusern durch Investmentbanken wartet das Anlegerpublikum aber weiterhin.
Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass die Private-Equity-Gesellschaften einen Grossteil ihres Eigenkapitals erst in der jüngsten Finanzierungsrunde erhalten haben. Tatsächlich ergiesst sich über die Branche eine Kapitalschwemme von vermögenden Privatanlegern und Institutionellen, die ihr Portefeuille mit höher rentierenden Private-Equity-Anlagen diversifizieren wollen. Wie sehr sich die Finanzkraft von Beteiligungsgesellschaften verbessert hat, verdeutlicht das Beispiel von Cinven. Das Londoner Unternehmen legte seinen ersten grossen europäischen Buyout-Fonds 1996 auf und beschaffte dafür 1,6 Mrd. €. Den nächsten drei Fonds flossen 2,4 Mrd. (im Jahr 1998), 4,4 Mrd. (2001) und 6,5 Mrd. € (2006) zu.
Milliardenschwere Übernahmen
Die in Private-Equity-Fonds geparkten Milliardenbeträge sind eindrücklich. Die wahre Finanzkraft der Beteiligungsgesellschaften liegt aber um ein Mehrfaches höher, denn pro Franken, Euro oder Dollar Eigenkapital wird zwei bis vier Mal so viel Fremdkapital eingesetzt. Die Private-Equity-Unternehmen können sich daher inzwischen auch milliardenteure Akquisitionen leisten und sind in den Statistiken zum M&A-Markt (M&A, Mergers &Acquisitions) entsprechend prominent vertreten. Gemäss der US-Investmentbank Goldman Sachs erreichte der Anteil von Private Equity an sämtlichen Fusionen und Übernahmen im vergangenen Jahr 17%. Im ersten Quartal des laufenden Jahres belief er sich auf 15%. 2000, als ebenfalls Unternehmen in grosser Zahl übernommen wurden, waren die Beteiligungsgesellschaften wertmässig erst an 3% aller Transaktionen beteiligt (vgl. linkes Balkendiagramm).
Die Teilnahme von Private-Equity-Häusern an immer zahlreicheren und grösseren Deals bringt es mit sich, dass sie nicht mehr wie früher im Stillen agieren können. Politiker, Arbeitnehmervertreter und auch die Aktionäre der übernommenen Unternehmen verlangen Auskunft über die Motive, das Pricing und die Absichten nach Abschluss einer Akquisition. Angesichts dieses wachsenden Drucks der Öffentlichkeit ist fraglich, ob es den Beteiligungsgesellschaften weiterhin gelingen wird, ohne grössere Friktionen ein Unternehmen während vier bis acht Jahren umzubauen, um es anschliessend gewinnbringend weiter zu veräussern.

Geografisch konzentriert sich der Private-Equity-Markt noch immer auf die USA, deren Anteil am weltweiten Buyout-Volumen im vergangenen Jahr 65% erreichte. Mit grossem Abstand auf Platz zwei folgt mit einem Anteil von 7% Grossbritannien (vgl. rechtes Balkendiagramm). Verschiedene europäische Länder haben in Sachen Private Equity noch viel Aufholpotenzial. Dazu gehört auch die Schweiz, wo sich Beteiligungsgesellschaften wie Doughty Hanson (Tornos, TAG Heuer, Geberit), Texas Pacific Group (Bally, Gate Gourmet) und CVC Capital (Forbo, SIG) kaum Lorbeeren holten. Noch grössere Wachstumschancen bieten sich in Asien, wo der Private-Equity-Markt erst vor kurzer Zeit den Kinderschuhen entwachsen ist (vgl. FuW Nr. 23 vom 24. März).
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