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Der Trick mit Inflation und Deflation PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 24. Juli 2003
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Der Trick mit Inflation und Deflation
Seite 2

Inflation ist also in Wahrheit immer Aufblähung der Geldmenge und nicht Preissteigerung. Deflation heißt Geldvernichtung und nicht fallende Preise. Wie wird die Geldmenge aufgebläht? Durch Verschuldung – indem sich, insbesondere der Staat zusätzlich verschuldet und die Banken in Höhe der zusätzlichen Schuld Geld aus dem Nichts erzeugen.

Wie wird die Geldmenge abgebläht? Indem Schulden durch Bankrott verschwinden und damit das zusätzlich aus dem Nichts erzeugte Geld wieder ins Nichts verschwindet. Inflation und Deflation sind rein monetäre Phänomene und keine Preisphänomene. Es handelt sich um Zunahme oder Abnahme der Kreditmenge oder Schuldmenge oder Geldmenge, was alles das Gleiche ist. Wie Murray Rothbart klar nachgewiesen hat, kann die Geldmenge für immer und ewig unverändert bleiben, sie muss nicht verändert oder reguliert werden. Wir brauchen keine Zentralbank, welche die Geldmenge reguliert.

Erst dadurch, dass Staat und Banken gemeinsam die Geldmenge auf- und abblähen entstehen Inflation und Deflation. Geld wird wertloser oder wertvoller. Weil wir diesen Vorgang aber nur an Preisen erkennen können, glauben wir irrtümlich die Preise würden steigen, obwohl in Wahrheit das Geld wertloser wird.

Der umgekehrte Vorgang, nämlich dass in der Deflation Geld immer wertvoller wird, ist allerdings auch schon wieder so eine Gedankenfalle. Irgendwie ist es ja ein logischer Widerspruch, dass ungedecktes Papiergeld, das ohne Kosten beliebig aus dem Nichts erzeugt werden kann, immer wertvoller werden soll. In Wirklichkeit wird das Zeug auch nicht immer wertvoller sondern nur immer knapper, weil immer mehr Geld durch Konkurse und Preisrückgänge vernichtet wird und so entsteht die Illusion, das noch verbleibende Geld würde immer wertvoller. Im Grunde sind deflatorischer Crash und Hyperinflation der gleiche Sachverhalt. In beiden Fällen ist das Ergebnis die Zerstörung von Geld und Kredit.

Werfen wir nach diesen geldtheoretischen Überlegungen noch einen kurzen Blick auf ein praktisches Problem, nämlich die Frage, wie verhalten sich Immobilien bei Inflation und Deflation, wenn dies als Aufblähen und Abblähen der Geldmenge zu verstehen ist. Es kann durchaus sein, dass sich das Aufblähen der Geldmenge nur in ganz bestimmten Marktsegmenten auswirkt und andere Bereiche unberührt lässt. So haben wir derzeit keine Steigerung bei den Güterpreisen, trotz steigender Geldmenge. Wir hatten aber extreme „Inflation“ bei den Aktienpreisen. Nachdem diese Aktienblase geplatzt ist, haben wir jetzt eine „Inflation“ bei den Immobilienpreisen und den Anleihepreisen. Die eigentliche Geldvernichtung muss logischerweise bei Anleihen und Immobilien stattfinden, weil dies die größten Geldreservoirs sind. Geldvernichtung bei Anleihen bedeutet starke Preissenkung (Kursverluste), ähnlich wie in Argentinien, Russland, Mexiko etc. Ironischerweise ist bei Immobilien beides denkbar, also extremer Preisverfall im deflatorischen Crash wie auch extreme Preissteigerung in der Hyperinflation. Sie bekommen dann für eine Hütte 10 Milliarden geboten. Nur wird niemand seine Hütte für 10 Milliarden Altpapier verkaufen. Als Sachwerte können Immobilien also sowohl vor Inflation wie vor Deflation schützen – vorausgesetzt, man hat sie billig gekauft und nicht beliehen. Hat man sie stark beliehen, ist Inflation gut und Deflation schlecht.

Reinhard Deutsch

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Wenn es etwas Positives gibt, dass durch die Finanzkrise und die drohende Wirtschaftskrise entstanden ist, dann ist es die Tatsache, dass die Inflation in Deutschland momentan so niedrig wie schon seit vielen Jahren nicht mehr ist. Grundsätzlich b..

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