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Mittwoch, 7. Januar 2009 |
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Seite 1 von 4 Nach einem kurzen „Grüß Gott“ im Neuen Jahr gleich zum Thema: Boah,
wird das Jahr schlecht! Die tiefgekühlten Spatzen pfeifen es von den
Dächern, dass wir uns für dieses Jahr nur eines vornehmen müssen:
Durchhalten! Nachdem die Mehrheit der Investoren noch vor genau einem
Jahr wussten, dass kleinere, auf bestimmte Bereiche begrenzte Krisen
ein Lachsack sind, weil die unbändige Wucht des Aufschwungs der
BRIC-Staaten und die nicht abreißende Flut neuen Kapitals das locker
und flockig kompensieren und die Aktienmärkte somit neue Allzeithochs
vorgebucht hatten ... wissen wir heute, dass uns die schlimmste
Rezession seit Menschengedenken ins Haus steht und die Aktienmärkte
wohl auf mindestens, wenn nicht noch tiefer fallen werden. Wissen wir
... oder glauben wir nur zu wissen?
Das Treibsand-Phänomen
Ich will nicht bestreiten, dass die
Weltwirtschaft tief in der Tinte steckt. In der roten. Es ist zwar gut,
dass die Zinsen unten sind. Und es ist fein, dass alle Welt nun plant,
alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist, auf Staatskosten zu
erneuern und/oder umzubauen. Und dass nun endlich mal die
Hypothekenzinsen zurückgehen, ist kein Fehler. Fallende Rohstoffpreise
lindern allgemein den Kostendruck (außer für diejenigen, die sie
fördern, herstellen, vertreiben). Alles unbestritten. Der Haken ist
nur, dass selbst die Initiatoren dessen sich darüber im klaren sind,
dass diese Aktionen wahrscheinlich mit Masse verpuffen.
Man muss
sich die momentane Lage wie ein Loch voller Treibsand vorstellen.
Irgendwo tief unten ist fester Grund. Aber man kann nicht sehen, wie
weit es bis dahin ist. Da der rezessive Kaskadeneffekt gerade erst
Fahrt aufgenommen hat (d.h. fallende Umsätze bedingen fallende Gewinne
und ziehen Entlassungen nach sich, was insgesamt erneut fallende
Umsätze nach sich zieht usw.) und allein durch billige Kredite keine
stabil steigende Nachfrage angefacht werden kann, während dieser
Prozess läuft, versickern die Gegenmaßnahmen im Treibsand. Wenn wir uns
vorstellen, dass diese Treibsand-Kuhle das Kapital darstellt, läuft
ganz unten, in einer imaginären Trichterspitze, gigantisches Kapital
ab, das durch fallende Aktienkurse, fallende Immobilienwerte und
geplatzte Kredite vernichtet wird. Oben stehen die machtlosen Mächtigen
dieser Welt und kippen mit Eimern Kapital nach. Bildlich vorgestellt
ein hübsches Szenario. Denken Sie daran, sich bei allen Beteiligten
Blaumann und festes Schuhwerk vorzustellen.
Die ganzen Maßnahmen
können erst dann nachhaltige Wirkung entfalten, sobald diese
Trichterspitze, der Abfluss in Richtung Kapitalreißwolf, durch schiere
Masse zugestopft ist und die Treibsandkuhle dadurch langsam mit Kapital
gefüllt wird. Dann erst wäre der Boden wieder begehbar. Wie lange
dauert das? Wie lange müssen nun Autobahnen erneuert, Rathäuser
gestrichen und überall öffentliche Toiletten aufgestellt werden? Keine
Ahnung. Da da unten, tief im Treibsand, niemand sitzt, der uns
zuverlässig mitteilen könnte, wann der Abfluss endlich dicht ist, muss
man sich in dieser Hinsicht Spekulationen hingeben. Und genau das wird
nun getan ... reichlich!
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