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Money for nothing und panische Hexentänze |
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Mittwoch, 17. Dezember 2008 |
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Seite 1 von 4 Meine Güte, ist das unhektisch hier. Wenn man sich mal überlegt, dass
die US-Notenbank Fed gestern eine Zinssenkung vorgenommen hat, die so
wohl keiner auf dem Zettel hatte ... wenn man sich daran erinnert, dass
übermorgen dreifacher Hexensabbat ist, d.h. großer Verfalltermin für
Optionen und Futures auf Aktien und Indizes mit Dezember-Laufzeit ...
ein Verfalltermin, der auf die volatilsten drei Monate seit Jahrzehnten
folgt und entsprechende Grabenkämpfe die logische Konsequenz sind ...
dann ist das richtig friedlich, was die Börsen da zeigen. Außer dem
Rohöl, dem hat man offenbar Rizinus eingegeben.
Wenn wir uns überlegen, was da an gigantischen Positionen im
Derivatebereich entweder irgendwie schadensarm glattgestellt werden
muss oder in die nächste Laufzeit zu rollen ist ... erscheint das
Börsenbild in den letzten Tagen dermaßen verdächtig friedlich, dass mir
der Gedanke kommt, dass es im Leben eventuell noch andere abendliche
Beschäftigungen geben könnte als mindestens bis 22 Uhr jeden Tick der
Börsen zu verfolgen. Ist lange her, dass ich mir darüber Gedanken
machen musste ... ich werde mich mal umhören, was man da so tun könnte.
Denn wenn das so weitergeht ... und gar der Jahresultimo in ein paar
Handelstagen über die Bühne ist ... es könnte glatt wieder eine
„gemütliche“ Volatilität wie im Sommer Einzug halten. Nicht, dass die
im historischen Vergleich nicht auch ziemlich heftig war, aber
gegenüber Oktober und November ist das glatt Erholung. Man gewöhnt sich
an alles. Sogar an Nullzinsen und Krisen. Ich könnte mir gut
vorstellen, dass der Seegang an den Börsen tatsächlich in den kommenden
Monaten von Windstärke 12 auf 5 oder 6 zurückgeht. Aber erst mal muss
der Hexensabbat über die Bühne gebracht werden.
Heute habe ich
auf diversen Medienkanälen gehört und gelesen, dass die Zinssenkung der
Fed in Europa negativ aufgenommen worden sei. Damit wollte man,
offenbar mangels tieferer Erkenntnisse, erklären, warum die Kurse in
Europa auf einmal nach unten gedreht hatten, nachdem es in den USA am
Aktienmarkt bergauf ging, Euro und Bonds deutlich anzogen und auch in
Asien nach zeitweiligem Minus ein Kursanstieg zu verzeichnen war. Die
Welt findet die Maßnahme gut ... außer Europa? Na hören Sie mal, was
für ein Tinnef!
Ziehen + Schieben = Hexentanz
Es waren
schlicht Aktionen mit Blick auf den am Freitag anstehenden dreifachen
Hexensabbat und nichts sonst. Das passiert zu anderen Verfallterminen
ebenso. Und dass solche Aktionen ausreichen, um den Dax mal eben am
Morgen drei Prozent in die Tiefe zu schicken, kann nicht wirklich
überraschen, wann man sich der Rahmenbedingungen gewärtig wird.
Seit
dem letzten großen Verfalltermin am 19. September betrug die
Handelsspanne im Dax ca. 2.240 Punkte. Seit dem letzten kleinen Verfall
im November immerhin 800 Punkte. Und immer und überall gingen Akteure
Long oder Short. In Futures, Optionen, Zertifkaten. Die Umsätze im
Derivatebereich waren riesig und das Kapital, welches damit auf dem
Spiel steht, übersteigt die Milliarden, um die man sich wegen der
US-Autobauer zankt, immens. Und es waren ja nicht Hinz und Kunz, die
hier mit Derivaten versuchten, Schieflagen zu kitten, sich abzusichern
oder die Performance aufzupeppen. Die wichtigsten Spieler sind die
üblichen großen Adressen wie Banken im Eigenhandel, Hedge Funds, aber
auch Versicherungen oder normale Fonds. Und diese sind weltweit
zahlreicher als man denkt und keineswegs an den Fingern einer Hand
abzählbar ... es sei denn, sie hätten sehr ungewöhnliche Hände.
Wer
mag mit Shortpositionen nun schief liegen? Wer hat Calls am
Optionsmarkt verkauft, die nun drohen, nicht wie erhofft wertlos zu
verfallen? Wer ist Long und will wieder in die Gewinnzone zurück oder
den Profit maximieren? Wer hat Puts verkauft und will die durch
steigende Kurse aus der Gefahrenzone bringen? Es ist völlig unmöglich,
das zu erkennen. Selbst das Wissen um die Größenordnung noch offener
Bestände, die übermorgen auslaufen, hilft da nicht weiter. Denn keiner
kann abschätzen, wer sich bereits durch Gegenpositionen abgesichert
hat, wer einfach in den März-Termin rollen will und so weiter.
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