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Seite 1 von 5 Ich nehme amüsiert zur Kenntnis, dass die Kursmacher, die in den letzten fünf bis sechs Wochen Spaß an den Rohstoff- und zuletzt auch an den Devisenmärkten hatten, seit einigen Tagen ein wenig tiefer in die Trickkiste greifen. Die Attacken gegen die Rohstoffe erfolgen zwar immer noch pünktlich zu Schichtbeginn in London um 10 Uhr; zeitig genug vor dem Londoner Closing um 17:30 (um die Kurse dort, wo möglich, auf Tagestief zu drücken) und zum Ende der „open outcry“-Session in New York per 20:30 Uhr. Aber so richtig Schmackes, wurde nun offenbar erkannt, kommt in die Sache, wenn man seine stärksten Short-Angriffe in Richtung Handelsende der ansonsten ruhigen asiatischen Märkte platziert.
Da sind die Umsätze niedriger ... man will ja nicht unnötig viel Geld ausgeben, nicht wahr ... und man bekommt für uns europäische Anleger den „Au-Weia-Effekt“: Wir schalten morgens um acht die Rechner an ... und sehen unsere Rohstoffpositionen gleich wieder noch ein Stück im Minus. Das hat was, will man so richtig absahnen, denn:
Auf diese Weise versichert man sich der gnädigen Mithilfe der normalen Investoren an diesem Kurseinbruch. Denn vergessen wir nicht, dass fast alle Rohstoffe, die von den Investoren nach monatelanger Hausse-Propaganda der Analysten ins Depot genommen wurden in der Hoffnung, sich so vor Inflation und Aktienmarkteinbruch zu schützen, genau die sind, die nun zusammenklappen wie ein Kettenraucher nach dem 400-Meter-Lauf. Genau die ... andere, weniger im Fokus stehende Rohstoffe sind weit weniger von dem Crash betroffen. Zufall? Ha!
Immer feste druff!
Nein, das Ziel liegt ja auf der Hand: Wenn ich genug finanzielle Marktmacht habe ... und das haben die „Kursmacher“, d.h. die beteiligten Hedge Funds, Fonds und Banken im Eigenhandel ... kann ich die Kurse in den Märkten, die ich mit meinem Kapital beherrschen kann, dorthin bringen, wo ich will. Wenn Sie mit 5.000 Kontrakten Short gehen, wo üblicherweise auf 1-2% rauf und runter nur 2.000 Kontrakte im Markt liegen, bestimmen Sie, wo es langgeht. Da ist es zunächst völlig egal, ob die Nachfrage nach diesem Rohstoff auf niedrigerem Niveau plötzlich so weit steigt, dass der Kurs eigentlich wieder steigen müsste. Denn zu der Nachfrage am Spotmarkt muss es erst auch entsprechendes Angebot geben. Und da kommt die Psychologie ins Spiel:
Wer will denn gerne größere Bestände zu solch eingebrochenen Kursen VERkaufen, wenn er nicht muss UND die Rahmenbedingungen eigentlich für einen stetigen Aufwärtstrend sprechen? Da kommt also möglicherweise weniger Ware an den Markt als gewünscht. Auf der anderen Seite stehen die potenziellen Käufer: Natürlich könnten diejenigen, die sich z.B. Gold unter 800 in größeren Mengen sichern wollen, auch 10-20 Dollar höher gehen, um ihr Gold zu bekommen. Aber ... würden SIE das tun, wenn Sie zwar wissen, dass dieser Kursrutsch eigentlich verkehrt ist, aber dennoch jeden Morgen neue starke Verluste auf dem Kursmonitor sehen? Da wird einem das „nichts wie rein in Gold und Silber“ reichlich vergällt.
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