|
Fannie und Freddie-Rallye als potenzieller Rohrkrepierer |
|
|
|
|
Montag, 8. September 2008 |
|
Seite 1 von 4 Welch ein prächtiger Tag. Fannie Mae und Freddie Mac notierten heute –80% und alle freuen sich. Scheint zumindest so. Auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick hingegen wirkt das Ganze, als hätten Doktor Paulson und Professor Bernanke am Wochenende die Bauchdecke geöffnet, um skeptischen Studenten einen präziseren Blick auf den Patienten US-Wirtschaft und dessen Krebsgeschwür im Endstadium zu ermöglichen.
Worum geht es? Nun, um schlappe 5 Billionen Dollar, also müde 5.000 Milliarden oder 5.000.000.000.000 Scheinchen. Geht so. Peanuts. Wer hat das nicht in der Portokasse? Eben. Also bitte keine Aufregung.
Das ist die geschätzte Summe in Hypothekenkrediten, die durch Fannie Mae und Freddie Mac rückversichert und via Anleihen in die Welt verhökert wurden. Diese Anleihen sollen nun also gerettet sein. Mag sein. Wer sie hat ... und das sind nicht gar so wenige Finanzinstitute jedweder Couleur auf der Welt ... kann erst einmal aufatmen. Wobei: Stand denn überhaupt ernstlich zu befürchten, dass die US-Regierung diese Anleihen einfach dahinsiechen lassen würde ... und damit den endgültigen k.o. einleiten würde? Nein. Das hat niemand ernsthaft erwartet. Und dass man nun diesen Weg der „Beaufsichtigung“ der beiden vorher halbstaatlichen Unternehmen wählen würde, war auch jedermann klar. Denn eine volle Übernahme hätte auch die volle Verantwortung über diese Kreditsumme auf den Staat übertragen UND unschön nach Verstaatlichung a la Italien in den 70er/80er Jahren ausgesehen. Das hätte hilflos gewirkt. Diese Maßnahme hingegen ist völlig anders: Sie wirkt nur hilflos, wenn man zweimal hinsieht.
Alles wie erwartet
Tut man eben dies, fragt man sich als erstes: Ist es weise, diesen Unternehmen nun Regierungsbeauftragte voranzustellen? Also Leute, die von dort kommen, von wo bislang nur Murks kam? Dürfen wir nun damit rechnen, dass irgend etwas besser wird? Und wenn ja ... was und wie? Ich bin ja mal gespannt, was WIRKLICH dadurch anders wird außer, dass die Regierung nun Quartalsweise die Verluste von Freddie und Fannie ausgleichen darf. Pardon .. der Steuerzahler darf. Wobei ...
... wobei man sich DA wiederum fragt: Was denn für Steuergelder? Das klingt ja so, als gäbe es da einen Topf, aus dem man sich nun mit vollen Händen bedient. Doch ei, war der nicht leer? Hat da nicht der GröPraZ (größter Präsident aller Zeiten) nicht schon vor Jahren ein Loch hineingehauen, um Waffen kaufen zu können? Hat da nicht wer das größte Staatsdefizit aller Zeiten produziert? Also, bitte, welche Steuergelder? Man wird wie üblich die Druckerpresse anwerfen und noch ein paar mehr grüne Scheinchen mehr in die Welt setzen. Ein Grund mehr, der momentanen Dollar-Rallye nur eine sehr, sehr begrenzte Überlebensdauer zuzubilligen. Zumal eine Währung letztlich auch vom Vertrauen in die jeweilige Wirtschaft und Regierung lebt. Und darüber gibt es, was die USA angeht, im Rest der Welt keine allzu zwiespältige Meinung.
|