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Die Spekulanten des Hungers PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 15. April 2008
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Die Spekulanten des Hungers
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Wir sind in einer schwierigen Phase. Aber wer sich nun locken lässt, auf einmal in Nahrungsmitteln auf weiter steigende Preise zu spekulieren, ist mitschuldig. Jeder einzelne mit seinem kleinen Körnchen Verantwortung. Denn damit verschärft er die Situation ein winziges Stückchen mehr ... und all diese winzigen Stückchen haben uns dahin gebracht, wo wir jetzt stehen.

Sich dann hinzustellen und mit einem Depot voller Optionen auf Reis, Mais oder Weizen wegen steigender Preise nach der Regierung zu schreien, bringt nicht weiter. Es ist zynisch und dumm ... zumal von dort „oben“ kaum Hilfe zu erwarten ist. Jeder einzelne trägt Verantwortung ... und nicht nur dann, wenn es ihm gerade passt.

Jeder trägt Verantwortung

Ich weiß, dass ich nun viele wütende Kommentare zu erwarten habe. Aber würde ich in dieser Position einfach aus Bequemlichkeit schweigen, wäre ich ebenso schuldig wie die „Spekulanten des Hungers“. Damit werde ich leben müssen ... aber ich bitte Sie um eines: Wenn Sie mir nun vorwerfen, dass das alles nicht stimme und ich harmlose Anleger in eine Verantwortung ziehe, die doch die ewigen „anderen“ haben, dann haben Sie den Anstand, sich nicht hinter der Anonymität zu verstecken, sondern mit Ihrem Namen zu unterschreiben!

Kaufen Sie meinetwegen Gold oder Silber, wenn Sie wirklich glauben, auch der Euro stünde plötzlich vor dem Niedergang und in Kürze gäbe es für Geld nichts mehr zu kaufen. Ignorieren Sie den vielleicht unspektakulären Zins sicherer Staatsanleihen, des Festgeldes oder den Wert selbst bewohnten Wohneigentums. Und ignorieren Sie meinetwegen die Erfahrungen derer, die nach Kriegen immer wieder erfahren mussten, dass dann nicht der mit der Goldmünze, sondern der mit dem Brot den Wert des Goldes bestimmt ... und das dann ein Wert sein wird, den Sie zuvor nicht im Börsen-Kursblatt gefunden haben. Damit schaden Sie aber niemandem.

Aber ich bitte jedermann, der diesen Text liest: Tragen Sie bitte nicht Ihren Teil zur Verschärfung dieser Situation bei, indem Sie in Energie und Nahrungsmitteln spekulieren. Jeder, der dies tut, trägt sein Scherflein dazu bei, dass die Lage für den Großteil der Menschheit immer schlimmer wird. Und bitte bedenken Sie eines: Würde jeder damit aufhören, der nichts in diesen Märkten verloren hat, würden die Preise wieder fallen und wir würden nichts anderes vor uns haben als eine ganz normale Rezession, wie sie alle paar Jahre nun einmal auftritt. Außer den USA ... da wird es schlimmer. Aber das ist wirklich deren eigenes Verschulden.

Ich habe in meinem Börsenbrief einen kleinen Depotanteil für Rohstoffe reserviert. Sie werden es niemals erleben, dass ich hier auf steigende Nahrungsmittelpreise spekulieren werde. Das alleine ändert nichts ... aber ebenso, wie ich ein Sandkorn bin, ist es jeder einzelne von Ihnen. Und viele Sandkörner könnten das Rad der „Spekulation des Hungers“ zum Stillstand bringen.

Herzliche Grüße
 
Ihr
Ronald Gehrt
www.system22.de

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