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Die satanische Frage (Teil II) |
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Dienstag, 8. April 2008 |
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In den USA wurde dieser Kreis jahrelang durchbrochen, indem US-Regierung und –Familien sich immer mehr verschuldeten. Aber – siehe oben – ob die Bürger der Boomstaaten Asiens diesen Aspekt des „American Way Of Life“ übernehmen werden, wage ich zu bezweifeln ... zumal sie ja gerade vorgeführt bekommen, wie wunderbar man damit auf die hoch getragene Nase fallen kann! Und der letzte Haken:
Die Inflationsspirale gibt Gas
Die Preise steigen in Asien rapide. Alleine die neueste, entsetzliche „Idee“ einiger Spekulanten und Spieler hat das Potenzial, katastrophale Folgen zu zeitigen: Der Preis für Reis, der Nahrungsbasis von drei Milliarden Menschen, hat sich in den letzten 12 Monaten mehr als verdoppelt und wird nun von den Spielern am Futuresmarkt immer schneller nach oben gezockt. Folge:
Das beschneidet die Kaufkraft zahlloser Menschen in den asiatischen Boomländern brutal. Dabei leiden diese ohnehin ebenso wie der Rest der Welt unter haussierenden Energiekosten und steigenden Preisen anderer Rohstoffe. Was heißt:
Viele, die gerade dabei waren, sich über die stacheldrahtbewehrten Mauern der Armut zu ziehen, werden so wieder zurück geworfen. Und vielen, die bereits ein gutes Einkommen haben, fehlt auf einmal das Geld, das für ein Handy oder einen Fernseher vorgesehen war. Und hinzu kommt, dass die Produktionskosten der asiatischen Unternehmen ebenso steigen wie andernorts ... und das bescheidet den Absatz und/oder Gewinn, was nicht erwarten lässt, dass Lohnsteigerungen erfolgen können, die die schnell steigenden Inflationsraten ausgleichen.
Fazit: Die USA haben keine Chance. Und das werden sie nutzen
So, nun bin ich durch. Und diese Gesamtsituation in Asien soll also angetan sein, um die USA aus der Tinte zu ziehen? Ich kann mir vorstellen, dass es möglich sein wird, dass die Boomregionen Asiens bei behutsamer Politik imstande sein werden, nicht wieder vergleichbar zurück in die Tiefe zu rutschen wie Ende der 90er Jahre die Tigerstaaten, als sich die USA (offiziell natürlich unbeteiligt) durch den Devisenkrieg unliebsame Konkurrenten vom Hals schaffte.
Aber die Erwartung vieler so genannter Experten, dass aus Asien die Rettung für die US-Konjunktur kommen wird, stufe ich angesichts obiger Punkte als sehr zweifelhaft ein (eigentlich schließe ich es aus, formuliere es aber freundlicher).
Was aber kann nun die Wende bringen? Denn rein theoretisch könnten diese Spiralen des Abstiegs ja endlos weitergehen. Könnten sie in der Tat. Man muss die Bremse reinhauen. Bei uns klappte das immer mit Regierungsaufträgen und ein paar mehr Krediten. Sprich, wenn z.B. Mitte der 70er oder Anfang der 80er (und ganz viel früher auch mal) nichts mehr ging, kam die Regierung, gab für ein paar Milliarden Bundesanleihen mit attraktivem Zins heraus und vergab für das Geld Aufträge: Hochhäuser, Straßen, Brücken, Denkmäler etc ... Dinge, die man brauchte oder auch nicht – Hauptsache der Kessel dampfte wieder. Es kamen wieder mehr Menschen in Arbeit, die konnten sich wieder was leisten und die Spirale begann, wieder in die andere Richtung zu laufen.
Das klappte bislang immer. Zurück blieben halt die Defizite im Staatshaushalt, aber da jedes Land vom anderen pumpte, glich sich das irgendwie wieder aus und der Wert des Geldes fiel nur langsam.
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