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Die satanische Frage (Teil II) PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 8. April 2008
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Die satanische Frage (Teil II)
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Ist den asiatischen Ländern daran gelegen, einen Konkurrenten wieder stark zu machen, der den freien Welthandel predigt ... solange er im Interesse der USA ist ... und ihnen permanent in Wirtschaft und Politik hineinquatscht ohne sich für die Mentalität dieser Länder auch nur einen Deut zu interessieren? Es könnte dafür nur einen Grund geben: Wenn diese Boom-Staaten die USA brauchen, um weiter voranzukommen. Also: Brauchen sie die USA?

Braucht Asien die USA?

Als Lieferant von Know How und Material ... vor fünf Jahren sicherlich. Heute kann Europa fast all das, was Asien brauchen kann, ebenso gut liefern. Außer Hamburgern. Und die deutschen Exportraten beispielsweise deuten an, dass diese Alternativen gerne genutzt werden, trotz „billigem“ US-Dollar.

Als Absatzmarkt – sicher, das wäre wünschenswert. Aber nicht zu jedem Preis. Der ja nicht zufällig so extrem gedrückte Dollar erzeugt Preisdruck. Die asiatischen Waren müssen in den USA mit geringeren Gewinnspannen verkauft werden als in Europa. Da die Rohstoffkosten auch für Asien steigen und die Löhne dort ebenfalls steigen müssen, ist schnell ein Punkt erreicht, wo man es auch gleich bleiben lassen kann, da man beim Export in die USA nichts mehr verdient ... aber der ganze Rest der Welt weiter ein lukratives Absatzgebiet bleibt.

Ich meine: Diese Boomstaaten haben sicher nichts gegen gute Absätze in den USA. Aber werden die Konditionen hierfür weiter schlechter, können sie es auch bleiben lassen. Erpressbar wie vor fünf oder zehn Jahren ist die asiatische Wirtschaft auf jeden Fall nicht mehr. Während zugleich die imperialen Gehirne in den USA weiter denken und planen, als sei dem so. Amerikaner, kauft amerikanische Waren (und lasst die asiatischen liegen) und helft eurer Wirtschaft. Asiaten, kauft amerikanische Waren und helft uns ... sonst haben wir euch nicht mehr lieb.

Die USA denken und handeln, als würde der Rest der Welt von ihnen abhängig sein. Sie haben nicht bemerkt, dass es oft längst anders herum ist. Und dass man Besserwissern, die sich permanent in alles einmischen, sich aufführen, als seien sie alleine das Salz der Erde und dann auf einmal beweisen, dass sie nicht einmal ihren eigenen Laden ansatzweise im Griff haben, nicht auch noch gratis unter die Arme greift.

Werden die asiatischen Konsumenten immer mehr konsumieren?

Aber die Bürger dort, so erklärt man uns, die werden weiter kaufen, kaufen und noch mal kaufen. Sie wollen Autos, Kühlschränke, Flachbildschirme und Handys. Heißt es. Wollen sie? Sicher. Aber die prognostizierten Absatzzahlen der Zukunft, mit denen sich viele Experten  gegen die fallenden Absätze in den USA „immunisieren“, basieren auf folgenden Annahmen:

Der Bevölkerungsanteil, der von den neuen Segnungen profitieren kann und wird, wird schnell zunehmen und das freie Einkommen in diesen Boomregionen wird zügig weiter ansteigen. Ich bin kein Prophet und kann daher nicht ausschließen, dass es so kommt. Aber ich will ein paar Fragezeichen in den Weg stellen:

Zunächst meine ich, dass der Anteil derer, die plötzlich aus Lebensumständen der 3. in die 1. Welt katapultiert werden, nicht besondern schnell wachsen kann und wird. Die weniger als 20% der Menschen, die diesen rapiden Wechsel der Lebensumstände erleben (oder kurz davor stehen, diesen Sprung zu machen), ballen sich in den großen, aus den Nähten platzenden Metropolen. Wenngleich Länder wie China und Indien mit aller Kraft und auf Kosten der restlichen 80% der Menschen ebenso wie auf Kosten der Umwelt versuchen, den Fortschritt mit der Brechstange zu forcieren, dürfte die flächendeckende, spürbare Verbesserung der Lebensumstände in den kommenden Jahren langsamer voranschreiten, weil die Infrastruktur es einfach nicht zulässt.



 
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