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Die satanische Frage (Teil II) |
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Dienstag, 8. April 2008 |
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Seite 1 von 5 Ebenso wenig, wie die krawattenbewehrten Wegweiser der Aktienmärkte imstande oder bereit sind sich in die Lage eines amerikanischen Normalbürgers zu versetzen, dem die aktuellen Entwicklungen brutal an den Geldbeutel und nicht selten bereits an die finanzielle Existenz gehen, ist auch nicht davon auszugehen, dass diese Leute bezüglich Asien ihre Rechnung mit dem Wirt machen würden.
Daher sollte man sich als privater Investor durchaus die Frage stellen, warum Asien als Allzweckwaffe imstande sein soll, um die USA aus ihrer Misere heraus zu pauken.
Was amerikanische Kurs-Wahrsager schon bei uns Europäern nicht hinbekommen, schaffen sie bei Asiaten wohl erst recht nicht: Sich wirklich in die Menschen hinein zu versetzen. Man sieht die Bevölkerung als „Element“, das Dinge tun wird. Und zwar genau das, was man vorhersagt und der US-Wirtschaft gut tut: konsumieren. Natürlich in rapide steigendem Umfang und – klar – vor allem die begehrten Waren aus Amerika. Soso.
Amerikanische Analysten haben schon mit uns Europäern Probleme. Sie schätzen unser Verhalten oft grottenfalsch ein, weil sie davon ausgehen, dass jeder Mensch auf der Welt wie ein Amerikaner denkt oder handelt oder er, sofern ihm dazu die Mittel fehlen, danach strebt, diese Mittel zu erlangen.
Schon die seltsame, verquere Neigung der Europäer, Geld für schlechte Zeiten auf die Seite zu legen, mit Krediten vorsichtiger zu sein und Dinge viel intensiver nach ihrem Nutzen und ihrer Notwendigkeit zu beurteilen, stößt oft auf Unverständnis. Was wohl schlicht daran liegt, dass die letzte wirklich tiefe Wirtschaftskrise mit hungernder Bevölkerung in den USA in den 30er Jahren auftrat und nahezu allen Konsumenten nicht mal mehr als Erinnerung gegenwärtig ist ... während ganz Europa bis in die 60er Jahre hinein die Auswirkungen des II. Weltkrieges spürte. Alleine deshalb ist die Zahl derer, die leichtsinnig mit ihrem Geld umgehen, in Europa deutlich kleiner. Die Vergleiche der Wachstumsraten im Konsum und bei Kreditaufnahmen zwischen Europa und den USA sprechen hier Bände.
Warum sollte Asien die USA aus dem Matsch ziehen?
Und nun stellen sich die Experten hin (die sich aufgrund ihrer Gehälter eigentlich sowieso selbst disqualifizieren, das Verhalten einfacher Bürger beurteilen und vorhersehen zu wollen) und erklären uns, was die Bürger in Indien, China und den anderen boomenden Staaten Asiens tun werden. Lustig. So lange man es nicht ernst nimmt.
Also: Warum wird der Konsum in China und Indien rapide anwachsen und damit Amerika einen zweiten Frühling bescheren? Nun, eines ist sicher: Er muss, sonst sitzen die Amerikaner tief in der Tinte. Aber schert das Asien?
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