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Die satanische Frage (Teil I) |
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Montag, 7. April 2008 |
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Schwer vorstellbar, dass die US-Haushalte sich – immer natürlich in der Gesamtheit gesehen – mit der ohnehin schon grandiosen Schuldenlast, fallenden werten ihrer Häuser und natürlich nicht parallel zu den Leitzinsen ebenso stark fallenden Zinsen für Ratenkrediten nun irgendwelcher gesamtnationaler Wachstumsraten wegen noch weiter massiv verschulden. Zumal auch der Anstieg der Neuverschuldung ein zweischneidiges Schwert ist:
Kredite: Wer will ... und wer muss?
Wie hoch ist der Anteil derer, die sich nicht verschulden wollen, weil sie sich gerade in diesem Umfeld nun endlich den überfälligen Viertwagen leisten wollen (den sie auf der Hofeinfahrt des leerstehenden und unverkäuflichen Nachbarhauses parken können), sondern weil sie es müssen, um die bestehende Schuldenlast noch bedienen zu können – oder weil ihnen schon am 10. das Geld für den Monat ausgegangen ist?
Verdächtig ist nämlich, dass der Anteil an Kreditkartenschulden in den letzten Monaten immer weiter zunahm. Weil es bequemer ist, mit Kreditkarte zu zahlen? Oder weil man so erst im nächsten Monat zahlen muss ... in der Hoffnung, das Geld dann auch zu haben? Ich frage mich, warum der Kreditkartenriese VISA so hurtig und in diesem Börsenumfeld an die Börse ging. Wann verkauft ein Wirt seine Kneipe zum besten Preis? Wenn er weiß, dass die Kunden weniger werden, der Laden aber immer noch gestoßen voll wirkt. Und immerhin sind Börsengänge naturgemäß nicht der Zeitpunkt, an dem die Besitzer des Unternehmens aus sozialen Gründen alle an ihrem Glück teilhaben lassen wollen ... sondern der Moment, an dem sie noch einen guten Preis bekommen, bevor die Schwierigkeiten beginnen – siehe Blackstone. Ich würde mich nicht wundern, wenn hier mit bald rapide steigenden Zahlungsausfällen gerechnet wurde – und diese auch auftreten werden.
Das mit der weiter steigenden Verschuldung erscheint so betrachtet also als reines Wunschdenken, für das es wenig logische Basis gibt. Zumal: Nachdem sich die Banken nun mit ihrem Subprime die Finger verbrannt haben, werden sie vorsichtiger damit sein, denen Kredit zu geben, die diese eventuell nicht zurückzahlen können. Auch dort muss man nun oft beweisen, keinen Kredit nötig zu haben, um ihn zu kriegen. Immerhin haben die Banken nun niemanden mehr, denen sie gefährdete, unsichere Kredite nett verpackt als Top-Investment andrehen können.
Wenn sonst nichts geht: Allheilmittel Asien?
Also: Alles ab nach China! Da liegt das Geld auf der Straße. Und wenn die US-Firmen den Chinesen alles angedreht haben, was die ab sofort zu brauchen haben, läuft es wieder rund in Good Old America. Ha.
In Dollar berechnet liegt das Niveau der Industrieaufträge momentan ca. im Bereich von vor zwei Jahren. Das einzige, was die USA mehr ex- denn importieren, sind Dienstleistungen. Zwar liegt die Wachstumsrate beim Export in den letzten Jahren immerhin bei 10-15%. Aber da gibt es einen Haken: Wie lange noch? Denn:
Während die USA in die Boomregion vornehmlich Konsumgüter exportieren, exportiert Europa dorthin das Equipment, um eben diese Dinge dort selbst herzustellen. Und bekommt nebenbei trotz teurem Euro so einen für die Amerikaner unerfreulich großen Teil des Kuchens ab. Und dafür, dass die USA ihren Dollar dermaßen haben abstürzen lassen, um so (rein zufällig) die Importe zu erschweren und die heimische Wirtschaft zu stützen und zugleich an ausländischen Märkten immer billiger anbieten zu können, ist dabei nicht viel rübergekommen. Außer einem massiven Anstieg der Inflationsraten durch haussierende Rohstoffpreise. Dumm gelaufen.
Momentan liegt das Wachstum in den USA trotz des schwachen Dollars und steigender Exportraten um Null. Ein noch schwächerer Dollar wird nicht helfen, denn was dabei mehr im Export rüberkommt, wird hinten herum durch weiter steigende Inflation aufgefressen. In Asien stellt man, was man braucht, auch selber her und die Maschinen dazu kommen aus Europa. Na Mahlzeit.
Entweder diejenigen, die uns die nahezu vollendete Wende in der Krise schmackhaft machen wollen, wissen nicht, was sie reden ... oder sie erzählen uns bewusst die Unwahrheit, damit diejenigen, die ihnen Glauben, dazu beitragen, dass diese Prediger der Wende ihre Schäfchen ins Trockene bekommen. Vergleichbar z.B. mit der Aufforderung, sein Geld in senkrecht gestiegene Rohstoffe hinein in Sicherheit zu bringen. Ich würde vermuten, es ist ein Mix aus beidem. Aber das macht es nicht besser.
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Finanz-Wetter
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