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Der Dollar-Rausch PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 22. Oktober 2008
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Der Dollar-Rausch
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Es wurde auch Zeit, dass die deutliche Zinsdifferenz zugunsten des US-Dollar sich auswirkte und der Euro nun endlich auf Talfahrt geht! Wie belieben? Keine Zinsdifferenz zu Gunsten des Dollar? Oh. Macht nichts, ich fange einfach noch mal an: Es wurde auch Zeit, dass sich der große Vertrauensvorsprung des Dollar gegenüber dem Euro nun auswirkt und der Euro auf Talfahrt geht. Wie meinen?  Kein Vertrauen in den Dollar? Reines Altpapier? Hoppla.


Egal, ich wollte ja auch eigentlich sagen: Es zeigt sich letztlich doch, dass das weltweite Kapital sich in der Währung sammelt, deren Wirtschaft letztlich am stabilsten ist. Nicht die USA? Die sind die Quelle allen Übels? Bleiben auf Jahre hinweg in der Krise? Na schön, dann rücke ich eben mit der geheimsten aller Wahrheiten heraus: Die Carry-Trades sind es gewesen. Haha.

Jaja, die guten alten Carry-Trades auf den Yen. Dort für einen Appel und ein halbes Ei Geld leihen und dort anlegen, wo die Zinsen am höchsten sind. Also in Yen Kredit aufnehmen und in Europa und den USA in Dollar und Euro investieren. Völlig risikolos ... es sei denn, die Währungsverluste übersteigen den Zinsvorteil. Dann ist mal halt erledigt. Aber da der Yen halt die niedrigsten Zinsen aufweist, ist dessen Währung natürlich auch die schwächste in Relation zu Euro, Dollar und Pfund. Logisch, gell? Ja. Hat nur leider nicht geklappt.

Faktor Carry-Trades

Die einzige Währung, die durch die Decke geht, ist der Yen. Der Währungsvorteil der letzten fünf Jahre ist nun in drei Monaten pulverisiert worden. Und je weiter der Yen steigt, desto mehr lösen ihre Yen-Kredite auf ... und müssen sich dafür Yen besorgen, was diesen erst recht nach oben treibt ... und noch mehr Carry-Trades unter Wasser drückt ... ein Kreislauf, der nur dann automatisch endet, wenn alle diese unzähligen Milliarden der Carry-Trades aufgelöst sind. Im Prinzip. Es sei denn, die Trader prügeln weiter auf Euro und Dollar zum Yen ein, weil sie einfach stur jeden Tag dem Trend folgen. Dann kann es einfach so weiter gehen ... und weiter ... und noch weiter.

Aber das Argument der Carry-Trades hinkt ohnehin. Es hinkt, weil es ein Phänomen beschreibt, aber nicht die Ursache. Der Yen steigt weiter und immer schneller, weil die Carry-Trades aufgelöst werden, das stimmt sicherlich. Aber der Anstieg BEGANN ja nicht durch Auflösung der Carry-Trades. Welcher Impuls traf den Euro zum Yen Anfang August dieses Jahres? Denn dieser Absturz läuft ja erst seit 10 Wochen – vorher stand der Euro zum Yen auf dem höchsten Stand seit 16 Jahren!



 
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