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Alles vorbei bei Öl und Gold? |
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Mittwoch, 30. Juli 2008 |
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Seite 1 von 4 Am Montag sagte Ex-US-Finanzminister Lawrence Summers in einem Interview sinngemäß: "In der Wirtschaft dauert es eine Ewigkeit, bis Entwicklungen, mit denen alle rechnen und auf die alle warten, endlich eintreten. Ist es dann aber soweit, sind alle überrascht, wie schnell sie verlaufen."
Bezeichnend und wahr. Wie lange haben die nüchtern und neutral analysierenden Experten bereits vor einem Abrutschen der USA in die rezessive Zone gewarnt ... und nun, nachdem man noch im April/Mai letztmals dachte, es sei wieder alles in Butter, geht es nun bergab mit Konsum und Arbeitsmarkt und dafür aufwärts mit der Inflation.
Und, auf der anderen Seite der Medaille: Wie lange habe ich gebetsmühlenartig die Rallye der Energiepreise verdammt und sie nicht nur als fatal für jedwede Chance auf eine Bodenbildung beim weltweiten Abstieg aus der Wachstumszone gesehen, sondern auch aufgrund sinkender Nachfrage als schlichtweg ökonomisch falsch. Es dauerte Monate, bis diese ewig scheinende Hausse ihr Ende fand. Und nun ist es gerade einmal 15 Tage her, dass der Ölpreis um 147 Dollar ein Allzeithoch markierte und schon ringen wir mit der Zone 120/122 Dollar.
Und auf einmal soll die Nachfrage die Preise machen
Nun stellt sich mir allerdings die Frage, was dieser Kursrutsch taugt. Immerhin hat uns ja gerade die allerjüngste Vergangenheit gelehrt, dass die Kurse auch gegen die Faktenlage laufen können, gerade im Öl, wo die Relation von Angebot und Nachfrage für die Preisbildung ja sehr relativ ist. Denn was bei der Diskussion über das „korrekte“ Preisniveau immer ignoriert wurde:
Rohöl und Erdgas, Benzin und Diesel sind keine Rohstoffe, denen man einfach den Rücken kehren kann, wenn einem der Preis zu hoch wird. Was bedeutet, dass die Nachfrage hier bis auf geringe Prozentsätze eben nicht so einfach einbrechen kann, weil die Energie unerschwinglich wird. Man muss akzeptieren, was die Märkte als Preis diktieren, sonst gehen die Lichter aus. Und dass diese Kurse weniger vom Spot- denn vom Futuresmarkt dominiert werden und die Akteure dort keineswegs alle wirklich diese Rohstoffe haben wollen zeigt, dass die Preise hier eben nicht so unmittelbar von Angebot und Nachfrage gesteuert werden. In diesem Zusammenhang meldete die Chicagoer Terminbörse vor zwei Wochen, dass ca. 70% der Futures-Kontrakte von Spekulanten gehalten werden.
Was tun diese Spekulanten nun? Auf einmal scheint blitzschnell alles anders geworden zu sein. Alles scheint aus den Energierohstoffen und den Edelmetallen heraus- und in den Aktienmarkt hinein zu wandern. Aber ist das wirklich so? Wie viel Kapital bleibt an den Seitenlinien in Bereitschaft? Der Aktienmarkt ist nicht ansatzweise so deutlich gestiegen wie man hätte vermuten können. Denn immerhin hatte zuletzt alles nur noch auf den Ölpreis gestarrt wie ein Kaninchen auf die Schlange.
Doch dieser blitzschnelle Kursrutsch führte nicht zu einer kompletten Absolution. Im Gegenteil wurde vielen Akteuren schnell bewusst: Die Energiepreise sind ein entscheidender Faktor, keine Frage. Ohne Ölpreise um – oder besser unter – 100 Dollar haben die USA keine Chance, zu einem ECHTEN Wachstum zurück zu kehren (also nicht zum Wachstum in den Daten der US-Regierung, denn die suggerieren ja immer noch ein „alles bestens“). Aber erstens IST der Ölpreis noch nicht bei oder unter 100 Dollar und zweitens haben wir bis dahin ja noch die anderen Probleme ... und egal, ob Inflation, Kredit- oder Immobilienkrise: Bis jetzt wurde viel geredet, viel beschönigt und nichts gelöst. Eine Wende hin zu gesundem Wachstum ist so schnell einfach nicht zu erreichen. Und sollten die Energiepreise sogar wieder steigen, erst recht nicht.
Der typische Strom der Lemminge funktioniert in beide Richtungen
Könnten sie das? Warum nicht! Wie gesagt, die Erfahrungen der letzten Monate haben uns ja bewiesen, dass die grundsätzliche Entwicklung von Angebot und Nachfrage gerade in diesen Bereichen – vergleichbar auch Grundnahrungsmitteln, die nicht durch alternative Produkte ersetzt werden können – nicht zwingend auf die kurzfristige Preisbildung wirken. Und:
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