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Triple A mit einem Rucksack voll Schulden? PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 16. September 2008
Beitragsinhalt
Triple A mit einem Rucksack voll Schulden?
Seite 2
Die Staatsverschuldung der USA nimmt unvorstellbare Ausmaße an. Im Monat August stieg allein das Federal Budget Deficit um -111,9 Mrd. Dollar. Bis August - ein Monat vor dem Ende des Fiskaljahres 2008 am 30.09. - haben sich 483,35 Mrd. Dollar Defizit, welches durch Neuverschuldung ausgeglichen wird, angehäuft. 

defizit Tabelle zum Vergrössern anklicken!

Das Federal Budget Deficit stellt allerdings nur einen Bestandteil des öffentlichen Gesamtdefizits der USA dar. Per 12. September stieg das Gesamtdefizit auf rekordverdächtige 676 Mrd. Dollar im Fiskaljahr 2008.

Insgesamt erhöhen sich damit die expliziten Staatsschulden, dies sind heute zahlungswirksame Verbindlichkeiten, auf 9,68 Billionen Dollar!

Während der Ära G.W. Bush kumulierte sich die Verschuldungsorgie seit seiner ersten Amtseinführung am 20. Januar 2001 auf gewaltige 3,95 Billionen Dollar, im Schnitt knapp 400 Mrd. pro Jahr.

Der interessierten Öffentlichkeit wird aber nur die explizite Staatsverschuldung präsentiert. Die implizite Verschuldung, welche auch zukünftige noch nicht zahlungswirksame Verbindlichkeiten abbildet, liegt bei geschätzten 65 Billionen Dollar. Diese schließt die zukünftigen Verpflichtungen aus Pensionen für Militär und Staatsangestellte sowie die zukünftigen Ausgaben für die staatliche Gesundheitsprogramme Medicar und Medicaid mit ein. Laut US-Rechnungshof klafft auf Grund der demografischen Entwicklung und der steigenden Gesundheitsausgaben eine Finanzierungslücke von 54 Billionen Dollar. Um diese Lücke zu schließen müssten die nächsten 75 Jahre jeweils 6,7% des Bruttoinlandprodukts in Form von Steuererhöhungen bzw. Ausgabensenkungen herangezogen werden. Das heißt konkret, die Steuern müssten um 36% angehoben werden bzw. die Ausgaben um -36% gekürzt werden. Die Rechnungsprüfer wiesen schon 2007 darauf hin, dass jegliche Verzögerung bei der Umsetzung die Anpassung in Zukunft noch drastischer ausfallen lässt.

Vor dem Hintergrund dieser Situation bei den Staatsfinanzen erscheint die Verstaatlichung der Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac absurd. Ungedeckte Verbindlichkeiten werden mit ungedeckten Schecks des Staates zeitlich gestreckt. Momentan beschäftigen sich die zuständigen Stellen mit der akademischen Frage, ob man nur die Gesamtverschuldung von Fannie und Freddie in Höhe von 1,7 Billionen Dollar oder gar die gesamten 5,2 Billionen Dollar an vergebenen Hypothekenvolumen den Staatsschulden hinzufügen muss.

Wie auch immer, der Steuerzahler wird für alle Risiken aus der geplatzten Immobilienblase die bei F&F anfallen aufkommen!



 
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