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Donnerstag, 16. Oktober 2008 |
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Seite 1 von 2 Die Finanzkrise hat bereits tiefe realwirtschaftliche Bremsspuren
hinterlassen, die Weltkonjunktur beginnt zu stottern und der Welthandel
erleidet dramatische Einbrüche. Wenn man den Baltic Dry Index (BDI) als
Maßstab nimmt - kollabiert der Welthandel in Form der Frachtraten für
Rohstoffe förmlich.
Der Baltic Dry Index ist ein Index für Frachtpreise auf internationalen
Standardrouten für das Verschiffen von Massenfrachtgut. Er setzt sich
aus vier Sub-Indizes zusammen, die verschiedene Schiffsklassen für das
weltweite Verschiffen der Hauptfrachtgüter, wie Kohle, Eisenerze und
Getreide abbilden. Es besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen
Frachtraten und Rohstoffpreisen, sowie der Nachfrage nach Metallen,
Treibstoffen und Nahrungsmitteln. Der BDI ist auch als weltweiter
vorlaufender Konjunkturindikator geeignet.

Der von der Londoner Baltic Exchange berechnete Baltic Exchange Dry
Index fiel auch heute wieder um 194 Punkte bzw. -10,7% auf 1615 Punkte,
dem tiefsten Stand seit Februar 2003! Der Höchststand war im Mai 2008
bei 11793 Punkten. Crashartig brach der Index seit Juli zusammen,
allein im September verlor der BDI -53%! Quelle Chart: Bloomberg.com
Seit 2006 stieg der BDI rapide an, da viele Wachstumsländer wie China
oder Indien einen enormen Bedarf an Rohstoffen hatten und diese
verstärkt importiert wurden. In Folge stieg die Nachfrage nach
Frachtraum und Ladekapazitäten. Die Finanzkrise und die Angst vor einer
globalen Rezession sowie die geringere Nachfrage aus China bringen den
Baltic Dry Index regelrecht zum Absturz!
Gewaltige 90% des
Welthandels werden über dem Seeweg abgewickelt und auch hier funkt die
Kreditkrise ordentlich dazwischen, denn Ursache für die wegbrechenden
Frachtraten sind mangelnde Akkreditive, eine Art Zahlungsversprechen
der Bank eines Importeurs, für die Ware eines Exporteur Zahlung zu
leisten! Für die Zahlung muss der Importeur eine entsprechende
Kreditlinie bei seiner Bank haben und diese werden gerade massiv
gestrichen!
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