Die Welt der Vorstellung
Freitag, 27. Januar 2012
Die Chinesen haben es gut. Sie befinden sich im Jahr des Drachens, das Glück und geschäftliche Erfolge bringen soll. Anhänger des Maya-Kalenders haben es da schwerer. Für sie geht die Welt am Ende des Jahres unter. Aufgrund der besseren Prognosen, habe ich mich entschieden, den Chinesen zu glauben.

Wer glaubt, die Zukunft werde schlechter sein als die Gegenwart, dessen Gegenwart wird schlechter sein. Wer glaubt, die Zukunft werde besser sein als die Gegenwart, dessen Gegenwart wird besser sein. Ich glaube also, die Zukunft werde besser sein. Ich bin doch nicht blöd und vermiese meine Gegenwart.

Tatsächlich entscheiden wir uns jeden Moment neu, ob es uns gut oder schlecht geht. Entscheidend dafür ist nicht, was passiert, sondern wie wir über das denken, was passiert. Zu einfach? Denkste! Nichts ist schwieriger als liebgewonnene Gedanken zu ändern. Versuchen Sie es mal. Stellen Sie sich vor, wie Ihr ärgster Feind zu Ihrem besten Freund wird. Nur so zum Spass. Wie in einem Traum. Das hört sich einfach an, kann aber zu Beginn enorm schwierig sein. Also nicht verzagen und dran bleiben. Je länger Sie diese Vorstellung aufrecht halten können, desto mehr tritt eine Entspannung ein. Das heisst, aus der Phantasie wird gefühlte Realität - im besten Sinne.

So etwas wie eine Realität gibt es sowieso nicht. Das merkt man schnell, wenn man mit anderen Menschen über vermeintliche Realitäten diskutiert. Da treffen nicht reale Dinge aufeinander, sondern Vorstellungen der Realität. Und diese Vorstellungen, manche nennen es auch Überzeugungen, bestimmen unser Leben. Wenn sich das Leben also schlecht anfühlt, dann sollte man seine Überzeugungen überprüfen. Schon Mark Twain hatte mal gesagt "Ich hatte viele Probleme, die meisten nur in meinem Kopf."

Dazu eine kurze Geschichte, die ich auch in meinem Buch erwähne, und die geht so:

Ein Student, der unter Liebeskummer litt, nahm an einer Studie zu einem Antidepressivum teil. Tatsächlich fühlte er sich nach der Einnahme des Medikaments schon bald besser. Doch als es zu einem heftigen Streit zwischen dem ehemaligen Paar kam, machte der junge Mann einen Suizidversuch und schluckte kurz entschlossen den kompletten Monatsvorrat auf einmal. Danach bekam er Angst und liess sich einliefern. Sein Zustand war äusserst besorgniserregend und besserte sich erst wieder, als ein Studienarzt auftauchte und zur Überraschung aller erklärte, dass der Patient zur Placebogruppe gehörte und ein völlig wirkungsloses Medikament geschluckt hatte. Binnen Minuten normalisierten sich seine Werte wieder.
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RSS Kommentare Kommentare (3)

Geschrieben von: Mayafreund, am 27-01-2012 10:31
Quote:


Anhänger des Maya-Kalenders haben es da schwerer. Für sie geht die Welt am Ende des Jahres unter.



Haben die Maya NIEEEE behauptet oder niedergeschrieben!

Geschrieben von: HRR, am 27-01-2012 10:59
@Mayafreund

Damit hast du bestimmt recht, aber darum geht es mir auch nicht.

Entscheidend ist nicht, was die Mayas behauptet haben, sondern was manche Menschen GLAUBEN, dass die Mayas behauptet haben.

Geschrieben von: Edwin Glaser, am 29-01-2012 14:25
Ja, seltsam.

Beim Zusammenbruch der Planwirtschaft war jeder der Meinung: alles was danach kommen kann, wird besser sein. Und es wurde besser.

Beim Zusammenbruch des Investmentbanking sind alle der Meinung es muss schlechter werden.


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