…schreibt der SmartInvestor in seinem Newsletter.
Was sich
geändert habe im Laufe der letzten 100 Jahre, das sei das Umfeld, in
welchem sich die Gier austoben konnte. Erst das Schein-Geld-System habe
es möglich gemacht, dass sich die Gier ungehemmt entfalten konnte.
Stimmt das?
Unter Habgier versteht man das übersteigerte Streben nach materiellem
Besitz. Bei den Katholiken gehört sie zu einer der sieben Todsünden. Im
Lukasevangelium, 12. Kapitel, Vers 15 heißt es: „Und er sprach zu
ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier, denn niemand lebt
davon, daß er viele Güter hat.“ Im Epheserbrief, 5. Kapitel, Vers 5
steht sogar: „Ihr könnt sicher sein, dass kein unzüchtiger, unreiner
oder habgieriger Mensch je das Reich Christi und Gottes miterben wird.“
Die
Geschichte der Habgier ist also viel älter als unser aktuelles
Geldsystem und ich habe meine Zweifel, dass sich die Gier im Zaum
hälten lässt, wenn man nur das System ändert. Denken wir nur an die
Eroberungsfeldzüge um das Gold, das lange das akzeptierte gesetzliche
Zahlungsmittel war. Wenn Habgier salonfähig ist, dann fallen moralische
Grenzen. Das war früher so und das ist heute nicht anders.
Hinter
der Gier versteckt sich die Ueberzeugung, Ich habe, also bin Ich.
Solange uns dieser Zeitgeist um die Ohren weht, wird sich an der Gier
nichts ändern, unabhängig, welches Zahlungsmittel wir auch benützen.
Der beste Beweis ist der Vatikan, der gerne Wasser predigt und Wein
trinkt. Als Bettlektüre sei folgendes Buch empfohlen: Vatikan AG: Ein Geheimarchiv enthüllt die Wahrheit über die Finanz- und Politskandale der Kirche
Der
Glaube, das System sei schuld, hört sich verführerisch an, ist aber mit
Blick in die Geschichtsbücher reichlich naiv. Nein, die Ursache ist die
Gier selbst und damit die Idee, mehr materieller und finanzieller
Reichtum sorge für eine besseres Wohlbefinden. Dass das nicht wahr ist,
wissen wir aus Tausenden von Umfragen. Zuobert auf der Liste stehen
dabei immer die gleichen drei Punkte, unabhängig von Religion, Kultur
oder Geschlecht: Es sind gute Beziehungen zu Freunden und Familie und
Gesundheit. Alles andere kommt nachher.
Immer dann, wenn wir
vergessen haben, was wirklich wichtig ist im Leben, kommt eine Krise,
die uns wieder auf die wirklich wichtigen Dinge zurück wirft. In diesem
Sinne ist jede Krise auch eine Chance, nicht um das System zu ändern,
sondern um seine Ueberzeugungen zu prüfen. Alles andere ergibt sich von
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Geschrieben von: Robert , am 30-11-2011 09:43 Auch wenn die Gier der Menschen sicher ein, wenn nicht das Hauptproblem ist, so stellt sich doch die Frage, in wie weit ein System diese Einstellung fördert! Wer heute bis ins hohe alter in angemessenem Wohlstand leben möchte, der ist gezwungen sein Vermögen gewinnbringedn anzulegen, da es sonst im hohen Alter nichts mehr wert ist. In diesem Sinne ist die Grenze zur Habgier in unserem System recht verschwommen. Und es sind durchaus andere Systeme denkbar. Ebenso hat ein System die Kraft Habgier auch zu bestrafen... Geschrieben von: olle Ingi, am 30-11-2011 10:51 Zusatz zu Robert, am 30-11-2011 09:43 : Nicht nur die weise Vorraussicht lässt uns Geld sparen und anlegen, um den eigenen Wohlstand zu mehren oder in die Zukunft zu verlagern. Da praktisch alles Geld in Wirklichkeit Schulden sind, treibt das System auch alle Schuldner (inklusive den Staat) dazu, die fälligen Zinsen bei anderen Marktteilnehmern abzuschöpfen. Das ganz normale Streben nach Profit wird dadurch aggressiver, insbesondere weil diese Zinsen in der Summe ja nicht existieren, sondern nur über weitere Kredite bezahlt werden können. Anderer Punkt: Schein-Geld gibt es seit ewigen Zeiten. Es zeichnet sich (denke ich) dadurch aus, dass es nicht (vollständig) gedeckt ist. Vor ein paar tausend Jahren wurde ihm die Deckung durch die Verschlechterung (Masse, Reinheit) von Gold- oder Silbermümzen entzogen, vor ein paar hundert Jahren durch Einführung des Teilreservesystems. Es gab aber immer eine gewisse Deckung, erst seit 1971 gibt es praktisch gar keine Deckung mehr. Geschrieben von: Gregor, am 30-11-2011 15:53 Hab - Gier lässt sich eben auch durch "systemischen" Mangel als normal konditionieren. Bsp: Der Bauer füttert seine Schweine bis zum Umfallen. Folge, sie werden sich kaum um Nahrung streiten. Vergisst der Bauer das füttern manchmal, wir Aggressivität unter den Schweinen grösser... (es arbeitet vor allem das Stammhirn - Überlebenstrieb) Wehe aber, er vergisst seine Schweine zu lange, dann werden sie in ihrer Gier vielleicht sogar den Bauern fressen... Auf Menschen übertragen - zuerst "fixt" man die Menschen mit Geld an. Der Sesseltanz, wer sich nun neu verschulden muss beginnt... Doch über die Jahre wird die Verteilungsrichtung immer deutlicher - von unten nach oben. Und zum Schluss haben wir eine Revolution oder Krieg. Leider wird der "Gehirngewaschten" Bevölkerung diese Ökonomisierung (Schüler=Kunden, Lehrplan&Zertifikate= Punkte - ohne Sinn, Produkteinnovation nur zum Gewinn-egal ob sinnlos.., usw.) ein Alternativlosigkeit weis gemacht damit das System bestehen bleibt. Nur, wer ist das System und wer vor allem profitiert davon? Kurz- eigentlich ist es NUR die Bankenlobby und einzelne grösste Global Players. Sie bestimmen heute ökonomische Relalität, wenn nötig wird sie parlamentarisch zugekauft. Meiner Meinung breuchte es ein Ressourcen basiertes Wirtschafts und Gesellschaftsmodell, das zwar Hierarchien zulässt, aber grosse Ungleichheiten nicht zulässt. Dazu ist das Fiat-Money-Geldsystem nicht in der Lage und deshalb abzulehnen. Menschen brauchen gedeckte Grundbedürfnisse und Anerkennung. Dazu braucht es nur wenig Wohlstand im westlichen Sinne. Gefragt sind Tugenden und Bereiche, welche sich NICHT explizit in Zahlen, bzw. "Geldeinheiten" messen lassen. Das bedingungslose Grundeinkommen wäre eine CHance. Ich bin mir bewusst, dass auch ich aushalten muss, dass Menschen Leistungen erhalten, welche mir vielleicht nicht schmecken. Nur, das Selbe Problem habe ich zur Zeit auch mit denjenigen "Abzockern" und doppelbödigen Wirtschaftseliten, die wohl gerne nach oben stossen und nach unten drücken.... Zumindest habe ich meine Kreditkarte gekündigt und horte meine Kröten zuhause.... Nun kann ICH besser schlafen. Geschrieben von: bct, am 01-12-2011 15:17 Herding halt. Man muss es nicht unbedingt Gier nennen. Der Zwang zum Mitmachen. Die Bank, welche die Chance der Gewinnmaximierung nicht nutzt, fällt zurück. Da gab es mal eine richtige Studie dazu, dass die "vernünftigen" Unternehmen am Ende die Dummen sind. Wir müssen also in "lichten Momenten" uns selbstbeschränkende Regeln auferlegen, welche Sand ins Getriebe geben. In so einem lichten Moment ist das Grundgesetz entstanden. Und die Politik hat es versäumt, 2008 für das Austellen solcher Regeln nutzen. Man muss sich also eher über solche Regeln unterhalten. Und nicht darüber, ob man sich in Selbtbescheidung übt und das System nicht "ausreizt". Das ist einfach nicht möglich. Weil diese Lücke nutzt ein anderer, das kann man dann also auch lieber selbst machen. Oder so. @Gregor: Das BGE greift viel zu kurz. Es gilt die Einkommensunterschiede zu nivellieren. Bspw. auch aus Gründen der Ökologie und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Das BGE zementiert die Schere zwischen den Einkommen nur. Für H4ler definitv ein Fortschritt, aber nicht für die Gesellschaft. Geschrieben von: HRR, am 01-12-2011 17:32 @bct Man müsste statt Einkommen die Vermögen begrenzen. Das kann durchaus auf einem hohen Niveau stattfinden bsp. 50 Millionen Euro. Damit kann Allmachtsphantasien den Stachel gezogen werden und der Glaube wird gebrochen, dass Geld alles sei. Geschrieben von: bct, am 02-12-2011 06:41 @HRR Beides. Einkommen und Vermögen. 1. Einkommen, plakativ überzeichnet: Wenn die Einkommensunterschiede zu groß sind (bleiben wir mal bei Durchschnittseinkommen, wie bspw. dem Gefälle Stadt zu Land), strömen die Arbeitnehmer in die Stadt auf der Suche nach den besser bezahlten Jobs und stellen sich vor diesen "an". In der Stadt entsteht die Arbeitslosigkeit der "Warteschlange" (und der Aussortierten), auf dem Land bleiben die Niedrigeinkommen zurück. Das gleiche gilt zwischen ganzen Regionen, Staaten und Erdteilen. U.a. so baut sich eine Bugwelle an Niedriglöhnern und Arbeitslosen auf. 2. Vermögen würde ich nicht begrenzen, aber resetten. Den Betrag festzulegen wo alles endet dürfte schwer möglich bzw. politisch umsetzbar sein. Außerdem gibt es ja auch die positive Seite der "Gier" und Vermögen kann auch steigen, sei es durch die Bewertung einer Immobilie. Was dann? Eine Kappung sehe ich hier problematisch. Lieber wäre mir eine Erbschaftssteuer von 90% oberhalb eines Freibetrags. Die Vermögen bauen sich ja zumeist über Generationen auf, so entstanden auch die heutigen Politiker-Dynastien (Bush, Kennedy, Papandreou etc.). So etwas wie diese hohe Erbschaftssteuer wäre für mich der Punkt, welcher systemerhaltend wirkt. Das permanente, kleine Resetting der Vermögen. Nicht aller paar Jahrzehnte die Staatsrasur. Geschrieben von: Bernd , am 07-12-2011 20:03 Ich würde hier dem Kommentar von @bct zustimmen. Ich muss sagen, das ich eigentlich nicht davon überzeugt bin, dass das gesamte System oder ein bestimmtes Verhalten "schuld" an irgendetwas ist. Je mehr ich über die derzeitige Situation nachdenke desto mehr komme ich zur Überzeugung, dass es eigentlich wahrscheinlich nur ein paar "kleine" Stellschrauben geben könnte die sich vor allem auf die Einkommensunterschiede auswirken müssten. Ich bin definitiv der Meinung, dass es uns allen (hier in den westlichen Industriestaaten) so gut geht wie es zuvor niemals eine Gesellschaft zustande gebracht hat. Selbst für "Arme" gibt es (mit wenigen Ausnahmen) keine wirklich existenzbedrohenden Gefahren. Wir haben einen finanziell hohen Lebensstandard und eine enorm umfangreiche Gesundheitsvorsorge aufgebaut wie niemals zuvor. Natürlich wurde gerade in den letzten Jahren sehr viel mit Schulden finanziert - auch schon seit 20 Jahren immer mit den warnenden Worten, dass wie unsere "Kinder und Enkel" belasten. Nun sieht es sehr danach aus, dass WIR selber mal für diese Schulden aufkommen werden müssen. Wenn man allerdings die realen vermögen der Bürger dieser Industriestaaten den Schulden gegenübersetzt sicht man, das selbst dabei ein sehr ausgeglichenes Verhältnis herrscht. So weit ich die diversen Zahlen lese, sind die Sparguthaben eigentlich immer noch höher als die Schulden eines Staates. Also eine "negative Bilanz" sieht für mich anders aus. Was meines Erachtens wirklich problematisch wird, ist die Schere die zwischen "wohlhabend" und "normal" immer weiter auseinander geht. Hier hat meines Erachtens nach die Steuergesetzgebung völlig versagt. In den letzten Jahren wurden die Spitzensteuersätze fast überall immer weiter erniedrigt was aber gerade mit den steigenden Spitzeneinkommen eben überhaupt nicht mehr zusammenpasst. Ich halte auch den "Neid" auf die Boni für diverse Spitzenmanager eigentlich für verkehrt - weil diese Manager vielfach gar nicht "gierig" in dem eigentlichen Sinn des Wortes sind. Diese Einkommen sind vielmehr ein Bewertungsmaßstab geworden, wer die deutsche Bank leitet möchte eben nicht weniger an Gehalt und Boni bekommen als bei der UBS )oder umgekehrt) und daher wäre es auch gar nicht so beeinflussend ob dann 42, 62 oder sogar 82 % Steuersatz gelten würde. Ein Ackermann "braucht" diese Geldsummen nicht wirklich - er will nur "mehr" als andere "wert" sein. Daher bin ich voll und ganz der Meinung auch vieler der hier lesbaren Kommentare, dass es definitive Obergrenzen für Einkommen (auch Unternehmensgewinne), Vermögen, Erbschaften geben sollte die über diesen Grenzen eben durch eine wirksame Steuergesetzgebung dementsprechend belastet werden sollten. Und um abschließend zum Thema des Blogs etwas zu sagen: "Gier" ist wahrscheinlich ein ganz normales Verhalten, eigentlich will jeder so viel wie nur irgend möglich kriegen und erreichen - es muss daher eigentlich durch Regeln dafür gesorgt werden, und ich glaube wirklich dass es regulierbar ist, dass diese "Gier" nicht schlechte Auswirkungen hat bzw. reguliert und gebremst wird. Artikel kommentieren
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