Wie sicher ist die Deutsche Bank?
Dienstag, 7. Oktober 2008
Ausgerechnet jetzt stellt die Financial Times diese Frage. Schlechtes Timing - nicht nur für den guten Joe, sondern auch die Aktionäre. Denn die Antwort weist neben positiven Aspekten auch auf das dünne Kapitalpolster hin und auf solche Dinge reagieren jetzt manche Leser allergisch.


Am Dienstagmorgen waren Gerüchte über eine bevorstehende Kapitalerhöhung aufgekommen, die die Bank entschieden zurückwies: Per Ende des dritten Quartals erwarte sie eine Kernkapitalquote (Tier 1) von "um die zehn Prozent" und plane folglich keine Kapitalerhöhung.

Was verstehen die durchschnittlichen Deutsche Bank Kunden wohl unter Tier 1. Eine geklonte Giraffe oder ein ausgestorbener Dinosaurier...

Die Kernkapitalquote nach den Eigenkapitalregeln Basel II ist eine wichtige Größe zur Bewertung der Kapitalausstattung einer Bank. Gemessen daran ist die Deutsche Bank im Vergleich zu vielen Konkurrenten gut kapitalisiert.

Das sagte die UBS vor einem Jahr auch...

Setzt man allerdings das sogenannte Tangible Equity (Eigenkapital abzüglich Geschäfts- oder Firmenwerte) ins Verhältnis zur Bilanzsumme, ist die Deutsche Bank deutlich schwächer ausgestattet als ihre US-Konkurrenten und auch viele andere europäische Institute.

Meine Rede, Sie erinnern sich? (Grossbanken auf dünnem Eis)

Vor allem Kritiker aus den USA halten der Bank daher vor, mit zu großem Hebel zu agieren. Dort ist die sogenannte Tier1-Leverage-Ratio mittlerweile Teil der Regularien für Banken und Bank-Holdings.

Die Europäer treiben es bisweilen noch bunter als ihre US-Kollegen.

Die Analysten von Morgan Stanley etwa halten die Situation der Deutschen Bank zwar für belastbar. Sie verweisen aber darauf, dass Investoren die Leverage Ratio der Bank künftig stärker mit denen ihrer Rivalen vergleichen könnten.

Das tun sie gerade wie der Blick auf den Aktienkurs beweist.

"Sollte es weitere erhebliche Turbulenzen geben, können wir das Risiko bedeutender zunehmender Verluste nicht ausschließen, die sich auf die Kapitalposition der Deutschen Bank auswirken würden", schreiben die Analysten in einer aktuellen Studie.

Wer kann schon irgend etwas ausschliessen, wenn sich schon die Banken nicht mehr gegenseitig über den Weg trauen.

Die Bank weist die Kritik zurück. Nicht die Bilanzsumme, sondern die Risiken müssten betrachtet werden.

Und wer betrachtet die Risiken? Die Banken - auweia!!!


Würde die Bank nach dem Standard US-GAAP bilanzieren, würde sich die Bilanz zudem um rund ein Drittel verkleinern.

Die Bilanzsumme ist nicht von Aktiva und Passiva abhängig, sondern vom Buchhalter. Das erkläre mal dem Deutsche Bank Kunden.

Dennoch zeigt die Kritik Wirkung: Das Institut hat damit begonnen, die Bilanzsumme abzubauen.

Es hat auch schon bessere Momente gegeben, aber da wollte es niemand hören.

Per Ende des zweiten Quartals belief sie sich auf 1991 Mrd. Euro, ein Rückgang um 159 Mrd. Euro im Vergleich zum Ende des ersten Quartals. Diesen Ansatz will die Bank fortführen.

Und verstärkt damit den Abschwung.


"Wir reduzieren die Bilanzsumme, um bestimmte Risiken zu mindern", sagte ein hochrangiger Bankmanager. Dazu gehörten komplexe Produkte wie forderungsbesicherte Anleihen (Asset-Backed Securities, ABS).

Gibt es dafür noch einen Markt?

Der Originalartikel: Deutsche Bank gibt sich stark - Spekulationen um Kapitalbedarf

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RSS Kommentare Kommentare (2)

Geschrieben von: Nanuk, am 08-10-2008 08:26
Nicht mal vor dem Tod angst haben muss derjenige, der weise gelebt hat.
Buddha

Also relaxed mal alle ne runde. Der wird es wohl gewusst haben.
:)

Geschrieben von: martin r, am 08-10-2008 13:56
Ackermann hat vor kurzem gesagt, dass die Finanzkrise größtenteils überwunden ist.
Soviel Chuzpe muß erst mal einer aufbringen, aber mit Hilfe des Staatssäckel hofft er, damit durchzukommen.
Too big to fail, glaubt er jedenfalls.


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