Connecticut verklagt Ratingagenturen
Donnerstag, 31. Juli 2008
Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Connecticut Richard Blumenthal verklagt die drei grossen Ratingfirmen Moody's, Standard & Poors und Fitch, weil sie zu tiefe Ratings an Städte und Gemeinden vergeben hätten, welche zu hohe Kosten für Steuerzahler geführt haben. In der Anklageschrift werden die Ratingagenturen beschuldigt, ein duales Ratingsystem eingeführt zu haben, welches die Anleihen der Kommunen verglichen zu den Unternehmensanleihen benachteiligt hätten.

"Wir machen die Agenturen verantwortlich für eine geheime Wall Street Steuer zu Lasten der Kommunen", sagte Blumenthal und nannte die Geschäftspraktiken irreführend und illegal.

Worum geht es hier genau?

Die öffentlichen Haushalte haben sich bei Anleihenversicherern gegen Zahlungsausfälle versichert und dafür eine Prämie bezahlt. Genau das gleiche wurde auch bei komplexen Hypotheken-Anleihen gemacht. Da die Qualität der öffentlichen Haushalte aber viel besser war - nach Ansicht der Kläger - als die von den Hypotheken-Anleihen, hätten erstere auch bessere Ratings - und ergo tiefere Kosten - haben müssen, heisst es in der Anklageschrift. Schliesslich stehen hinter den öffentlichen Haushalten die Steuerzahler.

Blumenthal glaubt somit, dass die Steuerzahler der Kommunen zu Gunsten von Wall Street bewusst übervorteilt worden seien. Das dürfte eine schwierige Beweisführung werden, aber sicher nicht ganz unpopulär.

Connecticut Sues Moody's, S&P and Fitch Over Ratings
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