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Seifenblasen in Seifenopern PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 27. August 2008
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Seifenblasen in Seifenopern
Seite 2
Sie lieben Seifenopern? Nichts einfacher als das. Schauen Sie sich um und genießen Sie. Vielleicht werden gerade die letzten Akte gespielt. Das Dumme ist schon jetzt, man kommt mit der Erzeugung der nötigen Seifenblasen nicht mehr nach. 

Am letzten Wochenende habe ich eine sogenannte Doku über den amerikanischen Häusermarkt gesehen. Oder war es eine Komödie? Wer weiß. Auch viele Deutsche fallen jetzt in Amerika ein, um sich dort ein Feriendomizil zu kaufen. Es kostet nicht mehr die Welt, seit den Vorbesitzern der Kredit auf die Füße gefallen ist, und die Blase ihre Nadel fand. Ein richtig nettes Haus samt Inventar gibt es auf den Keys in Florida schon für 200.000 Euro. In den Vorstädten von Detroit will sowieso niemand mehr wohnen. Eine sechsköpfige Familie war unter den Käufern. Und sie fanden ihren Traum und sahen sehr glücklich aus, so glücklich vielleicht wie die Vorbesitzer bei ihrem Vertragsabschluss. Und so fliegen künftig sechs Personen einmal oder zweimal im Jahr in den Süden des Vereinigten Staaten. Sie lassen sich am Flughafen befummeln, geben ihre biometrischen Daten ab und den Blick frei auf ihre eventuell verschmutzte Unterwäsche. Ob diese angebotenen Schnäppchen auch morgen noch solche sind, wird die Zeit zeigen. Der Unterhalt des Hauses, die Bewachung und die Steuern sind Nebenkosten, wie auch die Flugtickets, die ach weh, in den kommenden Jahren auch noch stiegen könnten. Und manchmal schaut dort ein Hurrikan vorbei oder ein Alligator. 

Doch so eine "German Kleinigkeit" ist mindestens so süß wie das Gefühl, den Nachbarn vom neuen Anwesen in der anderen Welt zu berichten. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Er braucht auch Spiele. Und die Olympiade in China war ein solches Spiel. Man bestaunt die gigantischen Ausmaße der Feiern und die finanziellen Möglichkeiten des Reichs der Mitte. 60 Milliarden USD hat der ganze Spaß gekostet, eine Summe die China durch seine Exporte in nur einem Monat vom Ausland bekommt. Noch. Pünktlich nach dem Ende der Olympiade wird von der Regierung das erste Konjunkturprogramm, auf den Weg gebracht, um der jetzt wackelnden Wirtschaft zu helfen. Mit 2.000 Mrd. USD Auslandsvermögen kann man das locker finanzieren. Nur ist das Geld im Ausland angelegt, meistens in den USA und würde bei Abzug den Dollar und nicht nur den  beschädigen.

Unsere Kanzlerin und ihr Finanzminister wollen trotz verdunkelter Wirtschaftsdaten kein Konjunkturprogramm, sondern einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren. Dabei würde ein solches Konjunkturprogramm gerade jetzt nötig sein, rufen die Volkswirte. Vielleicht steht später ja im Geschichtsbuch, dass es die Kanzlerin nach Jahrzehnten geschafft hat, einen ausgeglicheneren Haushalt zu präsentieren. Oder aber: Sie wollte einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren, dabei ging aber leider die Konjunktur in die Binsen. Monetär gesehen, ist ein ausgeglichener Haushalt sinnvoll, ja notwendig. Doch welchen Sinn hat es, wenn man keine Konzepte hat, um die bereits 1500 Mrd. EUR aufgelaufenen Schulden zu begleichen? Nun gut, das erledigt die Inflation von selbst. Inflation?



 
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