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Dienstag, 30. September 2008 |
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Seite 1 von 2 Die Emotionen schlagen hoch, die Börsen fallen tief. Das Rettungspaket in den USA ist vorerst gescheitert. Wie weiter? Muss der Dow erst weitere 1000 Punkte fallen, um ein „Ja“ zu erzwingen? Wir werden sehen. Cui bono. Wem nutzt es?
Es war ohnehin ein seltsamer Tag. Die Hypo Real Estate hat es zerrissen. Mit einem 35 Mrd. EUR schweren Rettungspaket hat man versucht, die vor der Klippe zu retten. Im Ernstfall zahlen die Steuerzahler die Zeche. Sie wurden nicht einmal danach gefragt. Und Herr Funke, der Chef von der HRE gibt vielleicht schon bald Kurse an der Volkshochschule im „Schönreden“ sofern man ihn lässt. Nein! Es ist kein Wunder, dass Banker sagen können was sie wollen und damit nichts mehr ausrichten können. Nach zu vielen Lügen fehlt nun der Glaube.
Macht hoch die Tür, das Tor macht weit..." tönt es aus den Fenstern der Notenbanken. Ja is denn heit scho Weihnachtn? Offenbar doch. Nur die Geschenke sind keine. Es sind Kredite. Geschenke werden aus ihnen erst, wenn man sie nicht mehr zurückzahlen muss. Dafür braucht man eine neue Blase, die so schnell nicht aufgepumpt sein wird. Seit gestern übernimmt die EZB die Aufgabe des Interbankenmarktes. Keine Bank traut mehr der anderen. Warum auch? 620 Mrd. USD stellte gestern die FED zur Verfügung. 620.000 Millionen USD. Und alle stehen an. In den kommenden 12 Monaten werden zehn deutsche Banken selbst 340 Mrd. EUR an Krediten suchen, um alte Schulden mit neuen zu tilgen.
Von Ausschau halten nach Schwierigkeiten schrieb ich zu Beginn des Jahres. Es sind jetzt nicht nur mehr Schwierigkeiten für Börsianer, es werden zunehmend die Schwierigkeiten für den Otto Normalverbraucher, der den Gürtel enger schnallen will und muss und sorgenvoller in die Zukunft schaut. Sein Brötchengeber wird vielleicht morgen schon die Türen schließen, weil ihm die Banken Kredite vorenthalten hat, weil sie selbst nicht mehr kreditwürdig war und nichts vergeben konnte.
Eine Korrektur ist eine Reaktion auf eine Täuschung mit umgekehrten Vorzeichen, schreibt Bill Bonner. Die Täuschung muss riesig gewesen sein, wenn man auf die Reaktion schaut. Es geht um Vertrauen, das durch zuviele nichtssagende und dumme Worte ausgehöhlt wurde und durch Taten, bei denen man die Polizei anrufen sollte. Und viele werden sich jetzt auf die Suche nach Menschen machen, bei denen Worte und Taten übereinstimmen. Davon ist aber nichts zu sehen. Was wird jetzt aus den armen Quacksalbern, die ständig Optimismus verspritzen und deren jeder dritte Satz eine Halbwahrheit war oder gar eine Täuschung? Was wird mit denen, die bislang jeden aufgetischten Quatsch glaubten?
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