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Ausgerutscht und angeschmiert |
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Mittwoch, 11. Juni 2008 |
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Seite 1 von 2 Offenbar gibt es mehr „Experten“ als Öl, denn mit welchen Argumenten der Ölpreisanstieg begründet wird und einem damit die Ohren heutzutage verschmutzt werden, ist hahnebüchen.
Und dabei ist es doch wirklich ganz einfach...
Es ist zum piepen, welch Argumente man findet, um den steigenden Ölpreis zu erklären. Als erstes hört man immer wieder, dass die Nachfrage höher sei als das Angebot. Das kann sein, muss aber nicht, denn ein paar Stunden lese ich das Gegenteil und es klingt ziemlich glaubwürdig. Es gäbe genügend Öl, meinen dann irgendwelche Experten, na ja, sie glauben es zumindest. Glaube an sich ist ja etwas Schönes, bis man beginnt ihn zu hinterfragen. Ich glaube, es gibt zu viele „Experten“, wahrscheinlich mehr Experten als Öl. Aber wen stört das schon. Auf einmal ist die gestiegene Nachfrage aus den Schwellenländern mit ihren boomenden Wirtschaften schuld am Frust an der Tankstelle. Andere sehen sich in ihrer „Peak Oil“ Theorie bestätigt. Demnach liegt das Maximum der Ölförderung schon hinter oder kurz vor uns. Doch wer kann das schon so genau sagen?
Wenn alle Argumente auch im Zusammenhang nicht taugen, dann liegt es an Wirbelstürmen, der „Driving Season“ in der Millionen Amerikanern mit ihren Spritschleudern durch die Gegend gurken, dem wegen der Klimaerwärmung bald einbrechenden Winter und der schlechten Laune der Schwiegermütter. Jedes Argument für sich scheint zu kurz zu greifen. An allem ist jedoch auch ein Funke Wahrheit dran, mal mehr mal weniger.
Der Hauptgrund für den Ölpreisanstieg ist aber eher im umhervagabundierenden neuen, frisch aus der Geldpresse gespeisten Geldmenge zu suchen, die sich auf die Sachwerte stürzt, als gäbe es kein morgen. Da weiß man, was man hat. Geld muss immer knapp sein, das steht schon in den Lehrbüchern. Vor allem muss hinter dem Geld auch ein Wert stehen, und sei es das Bruttosozialprodukt eines Landes. Aber erzählen Sie das mal einem Notenbanker, auf dessen Türschwelle ein Dutzend wimmernde Bankchefs schluchzen, die ein zu großes Rand drehen wollten. Und auf einmal erbarmt man sich ihrer und es entsteht neues Geld, oder das, was wir dafür halten. Es entstehen Zahlungsversprechen, deren Erfüllung in der Zukunft liegen, dann wenn die Schlendriane sich längst aus dem Staub gemacht haben oder feixend ihre Abfindungen zählen.
Monetäre Finanzspritzen funktionieren in etwa so: Man rührt schimmelig gewordenen Quark mit frischem auf, in der Hoffnung, niemand rümpft nicht die Nase. Das verschafft für einige Zeit Luft, doch löst es nicht das eigentliche Problem. Jede mit Geld geschaffene und geplatzte Blase schreit sofort nach einer neuen und größeren Blase. Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht. Risse hat er schon. Meine Oma hat recht.
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