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Vom ersten Weltkrieg zur Weltwirtschaftskrise - Teil 1 PDF Drucken E-Mail
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Vom ersten Weltkrieg zur Weltwirtschaftskrise - Teil 1
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Wirtschaftlich war die USA dagegen zur bedeutendsten Handelsmacht aufgestiegen. Der Krieg hatte dafür gesorgt, dass die Vereinigten Staaten von einer Schuldnernation zum größten Gläubiger der Welt und New York neben London zum wichtigsten Welthandelszentrum aufgestiegen waren. Im Gegensatz zur politisch verfolgten Isolation der USA, wurden die wirtschaftlichen Beziehungen mit den europäischen Staaten weiter gepflegt. Dabei forderte die USA vielfach einen freien Zugang zu den nationalen Märkten, erschwerten aber gleichzeitig durch Schutzzölle die Einfuhr ausländischer Waren ins eigene Land. Die inländische Industrie war nach Kriegsende darauf bedacht, die Produktion weiter auszubauen. Viele amerikanischen Unternehmen hatten im Krieg volle Auftragsbücher und dementsprechend hohe Gewinne, die sie nun investierten. Neben der Erneuerung bestehender Werke, waren dabei vor allem der Ausbau und die Expansion Ziel vieler Firmen, um sich so weitere Marktanteile zu sichern. Und immer noch konnten viele Produkte wegen der hohen Nachfrage noch zu den überteuerten Kriegspreisen verkaufen werden.

Doch der Aufschwung war nur von kurzer Dauer. Schon bald setzte eine massive Preissenkung durch nachlassende Nachfrage ein. Im April 1920 kam es schließlich zu einem Zusammenbruch des amerikanischen Marktes. Mit einem Verlust von fast 33% auf einen Jahres-Endstand des Dow Jones von 71,95 erlebte die amerikanische Börse 1920 eines ihrer schlimmsten Jahre. Viele Unternehmen reagierten auf den Crash mit Massenentlassungen. Die Rezession dauerte von April 1920 bis Juli 1921. In dieser Zeit setzte ein Preiskampf nach unten ein, dem viele kleinere Unternehmen und Nischenanbieter zum Opfer fielen. Ein gutes Beispiel liefert hier der amerikanische Automarkt. Hier kämpften vor allem General Motors (GM) und Ford nach dem Krieg um die Marktführerschaft. Jedoch reagierte Ford bereits 1920 mit sinkenden Verkaufspreisen auf die Rezession, während GM noch zögerte die Preise für seine Modelle zu reduzieren. Ford profitierte dabei von der 1913 eingeführten Fließbandproduktion des Ford T-Models, der den Preis bereits von 850 Dollar (1909) auf 350 Dollar (1916) reduziert hatte. So überstand Ford die kurze Krise wesentlich besser als GM und beherrschte im Jahr 1921 mit 55 Prozent Marktanteil die US-Autoindustrie. General Motors war dagegen am Rand des Ruins und kam 1921 nur noch auf einen Marktanteil von 12 %. Erst die Übernahme der Firmenleitung durch Großaktionär Pierre Du Pont, konnte die drohende Pleite abwenden. Andere Hersteller (vor allem von Kleinserien und Luxuswagen) hatten dagegen nicht soviel Glück und mußten die Produktion einstellen.

Doch nicht nur in den USA war die Wirtschaft in eine Krise gestürzt. Auch viele europäische Länder wie Großbritannien und Frankreich waren von einem scharfen Rückgang von Produktion und Beschäftigung betroffen. Lediglich Deutschland, Österreich, Polen und einige andere mitteleuropäische Länder blieben aufgrund ihrer starken Nachkriegsinflation von der Krise von 1920-21 verschont. Doch die Rezession hatte auch positive Effekte. Der Markt hatte sich dadurch selber von der ausufernden Wirtschaftsituation der Nachkriegszeit gereinigt. Die überteuerten Preise hatten sich wieder normalisiert und die Industrie formierte sich neu. Insbesondere die Unternehmen mit den rationellsten Produktionsabläufen wie z.B. Ford gingen als Sieger hervor. 1922 begann deswegen ein neuer kräftiger Aufschwung, der in den vielen Ländern bis 1929 anhielt. Lediglich die Besiegten des ersten Weltkriegs (u.a. Deutschland und Österreich) nahmen vorerst nicht an den "goldenen Zwanzigen" teil.

Image29.04.2002 11:15
© boerse.de



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