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Nick Leeson und der Konkurs der Barings-Bank 1995 |
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Seite 2 von 2 Doch wider Erwarten fielen die Kurse
in Japan weiter. Leesons Situation wurde dadurch immer auswegloser.
Durch die erlittenen Verluste und die Sicherheitsmargins musste er ein
immer höheres Risiko eingehen, um den aufgehäuften Verlust möglichst
schnell zu kompensieren. Also kaufte der mittlerweile angesehene
Wertpapierhändler weiter Future-Kontrake, da er immer noch der festen
Ansicht war, dass sich die japanische Börse bis März erholen würde.
Anfang Februar hielt Leeson bereits 30.000 Kontrakte, Mitte Februar
40.000 und Ende Februar hatte er sein Engagement auf 61.039
Future-Kontrakte (91% März-Longkontrakte und 9% Juni-Longkontrakte)
erhöht. Zu diesem Zeitpunkt stand der Nikkei-225 bei rund 17.000
Punkten. Doch der Nikkei-Future war nicht das einzige Verlust-Geschäft,
wenn auch mit rund 50 Prozent die größte Verlustposition. Daneben er
junge Engländer zwischen dem 1. Januar und dem 27. Februar 1995 auch
Fehlinvestments in Japanese-Government-Bond-Futures (JGB-Futures),
Euro-Yen-Futures und Optionen auf den Nikkei-Index-Futures getätigt.
Insgesamt belief sich der Verlust aus seinen unerlaubten
Handelsaktivitäten auf rund 619 Millionen britischen Pfund - so hoch,
dass er am Ende Februar 1995 nicht mehr in der Lage war, die fälligen
Einschüsse für die Sicherheitsmargins an die betreffenden Börsen
aufzubringen.
Als er keine Möglichkeit mehr sah, seinen Verlust
zu kompensieren oder zu vertuschen, tauchte Leeson unter. Erst jetzt
erkannte Barings die massive Schieflage in den Büchern. Eine eilends
eingerufene interne Sitzung des Vorstandes brachte schnell Klarheit -
Barings war pleite. So musste Barings am 27. Februar den Handel
einstellen und Vergleich beantragen. Im März übernahm dann die
niederländische ING-Groep das traditionsreiche Bankhaus und gliederte
es als ING Barings in seinen Konzern ein. Damit konnte zumindest der
Name weiterexisitieren. Einige Tage nach seiner Flucht wurde Leeson in
Frankfurt festgenommen und am 23. November 1995 nach Singapur
ausgeliefert. Im anschließenden Prozess wurde Leeson wegen Betrug und
Urkundenfälschung zu 6 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. Wegen guter
Führung wurde er am 3. Juli 1999 vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen.
Mittlerweile hatte Leeson seine Erlebnisse in dem Buch Rogue Trader/Das
Milliarden-Spiel niedergeschrieben. Gleichzeitig war seine Geschichte
auch Vorbild eines Kinofilms.
Die Wirkungsstätte Leesons, der
südostasiatische Raum war wenige Jahre später Schauplatz einer schweren
Finanzkrise, die fast zu einer Weltwirtschaftskrise geführt hätte.
Diese Asienkrise ist Thema des nächsten Artikels.
30.09.2002 19:25 © boerse.de
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Erhalten von: Aufwachen Volker Kauder ! « Sind wir alle wirklich blöd ? , am 23-10-2008 12:27 (PB) [...] übertragen –> Der Investmentjongleur konnte und kann sich austoben (Ich erinnere an Nick Leeson). Und die Finanzbranche hat diese Toberei mit Produktinnovationen für den “Kleinen” [...]
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