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Seite 2 von 2 Nachdem Ende 1967 die Währungen
Großbritanniens, Israels, Neuseelands, Spaniens und Dänemarks
abgewertet worden waren, wurde 1968 über eine Aufwertung der Mark
gegenüber dem Dollar spekuliert. Doch die Bundesregierung versuchte
zunächst noch die Stabilität des internationalen Währungssystems zu
retten, indem sie am 19. November 1968 steuerliche Maßnahmen zur
Verringerung des deutschen Außenhandelsüberschusses in die Wege leitete
und eine Aufwertung der Mark vorerst verschob. Zudem wurden Importe
steuerlich um vier Prozent entlastet und Exporte dafür um vier Prozent
belastet.
Doch schon im Frühjahr 1969 stand erneut eine
Aufwertung der D-Mark zur Debatte und nun waren die Meinungen innerhalb
der Regierung geteilt. Während die SPD mit dem Wirtschaftsminister
Schiller eine Aufwertung der DM befürwortete, stellte sich
CSU-Finanzminister Franz-Josef Strauß dagegen. Dennoch entschloß sich
die sozialliberale Regierung unter Willy Brandt am 24. Oktober 1969 zu
einer 8,5-prozentigen Aufwertung der D-Mark gegenüber dem Dollar. Damit
sank der Wechselkurs von 4 DM/Dollar auf 3,66 DM/Dollar.
Im Jahr
1970 gaben die USA, Deutschland, Kanada und die Schweiz schließlich die
bis dahin gültigen Kapitalverkehrskontrollen (d.h. die staatliche
Aufsicht über den Handel mit Devisen) auf. Die USA gerieten aufgrund
des kostspieligen Militärapparates und den immer stärker werdenden
Ökonomien wie z.B. in Japan, und Deutschland zunehmend in Zugzwang.
Insbesondere der Kapitalzufluss nach Westdeutschland riss nicht ab, was
den Dollar weiter unter Druck setzte. Im Mai 1971 entschloss sich die
Bundesregierung schließlich zur Freigabe des DM-Wechselkurses. Der
Dollar erlebte daraufhin in den folgenden Wochen einen Einbruch um 9,3
Prozent auf 3,32 DM/Dollar.
Als nächsten Schritt gab
US-Präsident Nixon am 15. August 1971 die endgültige Aufhebung der
Dollarkonvertibilität zum Gold bekannt. Dies erschütterte das
internationale Währungssystem erneut bis auf die Grundmauern. Dennoch
versuchte eine eilends einberufene Währungskonferenz in Washington im
Dezember 1971 noch eine Lösung zu finden. Nach langwierigen
internationalen Verhandlungen wurden neue Währungsparitäten festgelegt
und die zulässige Schwankungsbreite der Wechselkurse untereinander
vergrößert. Der Dollar wurde dabei gegenüber der DM erneut um 13,57
Prozent abgewertet und ein neuer Leitkurs von 3,22 DM/Dollar festgelegt.
Da
der spekulative Geldfluss in die Bundesrepublik nicht zur Ruhe kommen
wollte, obwohl die Bundesbank die Zinsen kontinuierlich senkte,
versuchte die Bunderregierung durch verschiedene administrative
Maßnahmen weitere Barrieren aufzubauen. So wurden beispielsweise die
Devisenbörsen aufgrund der spekulativen Kapitalzuflüsse, die den Dollar
Anfang Februar auf einen Wert von 2,90 DM gedrückt hatten, vom 10. bis
zum 12. Februar geschlossen. Am 17. Februar beschloss die
Bundesregierung erneut ein Stabilitätsprogramm zur Dämpfung der
Konjunktur, um der drohende Inflation zu entgegnen.
Nachdem
Anfang März das System von Bretton Woods endgültig zusammenzubrechen
drohte, wurden die Devisenbörsen in vielen europäischen Ländern vom 2.
bis zum 19. März erneut geschlossen. Zwischen dem 11. und 14. März 1973
beschlossen dann mehrere europäische Ländern den endgültigen Ausstieg
aus dem System fester Wechselkurse. Als erstes gingen Großbritannien
und die Schweiz zum Dollar-Floating über. Wenig später wurde eine
"Währungsschlange" eingeführt, mit der sich die Wechselkurse der
damaligen EWG-Staaten nun untereinander innerhalb einer Bandbreite von
2,25% um die vereinbarten Leitkursen bewegen sollten, gegen dem Dollar
aber frei handelbar waren. Allerdings war diese Schlange aufgrund
mangelnder Institutionalisierung nicht stabil, da abwertungsgefährdete
europäische Währungen das System einfach verlassen konnten. Das
Bretton-Woods-System war damit endgültig zusammengebrochen. Der
DM/Dollar-Wechselkurs betrug damals 2,83 DM je Dollar und tendierte
immer noch weiter abwärts.
Nach der Einführung des Floatings
versuchte die Bundesregierung umgehend durch weitere
Stabilisierungsmaßnahmen, wie eine restriktive Geldpolitik die
Konjunktur weiter zu dämpfen. Doch obwohl die Maßnahmen langsam Wirkung
zeigten, wurde die DM am 29. Juni 1973 erneut um 5,5% aufgewertet. Die
angespannte Situation, insbesondere an den Devisenmärkten, schien damit
überstanden, doch dann verursachten die Ereignisse im Nahen Osten eine
neue Krise, die die gesamte westliche Welt in Mitleidenschaft ziehen
sollte.
17.06.2002 18:52 © boerse.de
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Erhalten von: «personalblog» in der Balance - Bretton-Wood - der Auslöser für Spekulationen? , am 30-05-2008 20:30 (PB) [...] nicht bekommen, denn die Amerikaner hatten zu wenig Gold als Reserve. Das war der Anfang vom «Zusammenbruch des Bretton Woods-Systems 1973». Seither ist der US-Dollar nicht mehr in einem festen Verhältnis zum Goldpreis. De [...] Erhalten von: Die Bloggerin.com (HD) > Tari Eledhwen , am 02-06-2008 05:00 (PB) [...] Charles de Gaulle war der erste, der nach 1969 die US-Dollar-Reserven von Frankreich an die USA zurückgab und dafür zum Fixkurs Gold bekam. Alles hat er nicht bekommen, denn die Amerikaner hatten zu wenig Gold als Reserve. Das war der Anfang vom «Zusammenbruch des Bretton Woods-Systems 1973». [...] Erhalten von: Der Zusammenbruch des Bretton Woods-Systems 1973 – zeitenwende.ch - Rondex Trading , am 05-02-2010 10:47 (PB) [...] Der Zusammenbruch des Bretton Woods-Systems 1973 – zeitenwende.ch. Es gibt 0 Kommentare zu diesem Artikel. Diesen Artikel kommentieren. [...]
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