|
|
||||
Im Verwaltungsrat werden Vergütungsleistungen an das
Management und an den Verwaltungsrat kaum thematisiert. Zudem sind die
betroffenen Führungskräfte während der
Festsetzung ihres
Lohnes in den Sitzungen oft selbst anwesend. Es formiert sich eine neue Aristokratie der angestellten
Multimillionäre. (...) In internationalen Grosskonzernen ist
es eine hauchdünne Schicht von Verwaltungsräten, die
sich ermächtigt, das Firmeneigentum nach Gusto zu verteilen.
(...) Den räubererischen Trieben der Unternehmensspitzen kann
wirksam nur der Staat begegnen. Er muss im Sinne liberaler
Grundprinzipien den Schutz des Eigentums verbürgen. (...) Die
«Abzocker-Initiative» geht in die richtige
Richtung, weil sie die Position der Eigentümer stärkt. Kein Thema aus der Wirtschaftswelt erhitzt so stark die Gemüter wie die Millionengehälter der Top-Manager. Dass Sportler wie der Formel-1-Star Michael Schumacher oder Popstars wie Robbie Williams mehr als 50 Millionen Euro im Jahr verdienen, empfinden nur die wenigsten als ungerecht. Das Verhältnis zwischen den Spitzenlöhnen und der untersten Ebene betrug in schweizerischen Firmen traditionellerweise nur etwa 1 zu 10 bis 1 zu 30. Erst in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts stieg es dann immer rascher an. Als nach 1995 die ersten CEO-Bezüge in der Grössenordnung von etwa 5 Mio SFr. bekannt wurden (z.B. Rolf Hüppi bei der Zürich Versicherung), war die Öffentlichkeit noch baff vor Staunen und ordentlich entrüstet, denn damit war die Schwelle von 1 zu 100 überschritten. Heute sind wir bereits bei 1 zu 400 angelangt (UBS, Novartis). Verbindungen zwischen Topmanagern und den christlichen Kirchen gab und gibt es immer wieder. So lässt sich zum Beispiel das Kloster Einsiedeln von Daniel Vasella, Franz B. Humer und Rainer E. Gut beraten. Doch wie lassen sich Spitzensaläre mit dem christlichen Gedankengut vereinbaren? Studien zeigen, dass Manager, die im Verhältnis zum Rest der Belegschaft überproportional viel verdienen, etwa gerne Pensionskassen plündern, Gewinne in Steueroasen verlagern oder besonders eifrig beim Verlagern von Arbeitsplätzen ins Ausland und beim Stellenabbau sind. Hinter all diesen Verhaltensweisen manifestiert sich ein besonderer Geist – ein Geist der Gier. Gierige Chefs Warum müssen Manager Millionen verdienen, selbst wenn es ihrem Unternehmen schlecht geht, wenn gar Leute entlassen werden? Die brandheißen Themen Managementvergütung, Pay for Performance und Corporate Governance beleuchtet der Journalist Dirk Schütz in historischer Perspektive und würzt seinen Abriss mit besonders spektakulären Fällen gieriger Chefs. Schütz fährt jedoch nur harmlose Polemikgeschütze auf - für ungläubiges Staunen sorgen allein schon die nüchternen Fakten, die der Autor aber keineswegs nüchtern-langweilig vorträgt. Trotz einiger Wiederholungen und unschlüssiger Seitwärtsbewegungen liest sich das Buch flott. Eine echte Empfehlung von uns für alle, die sich über die Ursachen der exorbitanten Managerlöhne informieren wollen. (getabstract)
Gierige Chefs. Warum kein Manager zwanzig Millionen wert ist Wer übrigens verstehen will, warum sich so viele
Vorstände immer großzügigere
Gehaltssprünge zugestehen, der sollte einfach nur mal einen
normalen Club-Urlaub buchen und sich dort die tägliche
Schlacht am All-you-can-eat-Buffet anschauen: Da kloppen sich
verantwortungsvolle Familienväter wie gierige
Hedge-Fonds-Manager um Jägerschnitzel und Pommes, als
gäbe es kein Morgen. Und auch wenn beim besten Willen nichts
mehr rein geht, wird trotzdem noch das vierte Schüsselchen
Tiramisu vollgemacht. Wenn alles in Hülle und Fülle
vorhanden ist und keiner sich für sein Verhalten so richtig
verantworten muss, kriegen viele eben den Hals nicht voll. Da
unterscheidet sich der Vorstandsvorsitzende nicht wesentlich vom
Club-Urlauber. Wir alle akzeptieren, dass ein guter Chef gut bezahlt werden muss. Aber
bitte
mit Mass …. Wir versuchen mittels Appell, die betroffenen
Manager zu
überzeugen, dass sie sich dem Gesamtinteresse unterordnen und
auf freiwilliger
Basis zurückhaltender werden. Unter Topmanagern ist das Einkommen zum reinen Statussymbol geworden.
Es geht nur noch darum, mehr als andere Topshots zu verdienen. Mit
Leistung haben ihre ‹Leistungslöhne›
aber selten zu tun. Sie sind vielmehr das Resultat einer mafiaartigen
Zusammenarbeit von Managern, Verwaltungsräten und Beratern,
die sich jenseits des Marktes immer höhere Gehälter
zuschanzen. Diese exorbitanten Boni und die übertriebene
Abzockermentalität halte ich schlicht für eine
Schweinerei. (...) Der Shareholder soll zumindest angemessen
darüber befinden können. (...) Jedes Management
kartellisiert sich so rasch wie möglich untereinander
– gegen die Aktionäre. Das ist einfach so. Die
einzige Sorge, die diese Manager wirklich haben, ist die Frage: Wie
gross muss meine Leistung fürs Unternehmen sein, damit ich mit
meinem Bonus gerade noch knapp geduldet werde? Der Rest ist die
Optimierung des Eigennutzes. ![]() cartoon by Khalil Bendib Die Kapitalismuskritik entbrennt immer wieder an den Gehältern. Hier soll nicht diskutiert werden, ob sie zu hoch sind. Die Botschaft ist, dass wir Instrumente schaffen müssen, die es den Aktionären erlauben, ihre Verwaltungsräte und Manager zu kontrollieren. 1 x 1 für Manager
Solche Riesenbeträge sind einfach lächerlich … Die sollten nicht so geldgierig
herumlaufen und sich nur vom Geld motivieren lassen. Die verdienen doch alle
genug ….. Das gefährdet die gesellschaftliche Akzeptanz unseres Systems.
Eigentlich geht es nur um ein halbes Dutzend Gehälter …aber die Bevölkerung
akzeptiert es nicht, dass jemand zweistellige Millionenbeträge einstreicht und
dann mit tränenden Augen verkündet, man müsse sparen. Ich habe mich als Bundesrat nicht dazu zu äussern, ob gewisse
Manager zu
viel verdienen oder nicht. Das ist Sache der Unternehmen, nicht der
Politik. Mein
Anliegen besteht darin, dass die Unternehmer, also die
Eigentümer – und das
sind in einer Aktiengesellschaft die Aktionäre –, in
die Lage versetzt werden, ihre
Eigentümerinteressen wahrzunehmen. … Der
Aktionär muss über die notwendigen
Informationen verfügen und seinen Willen unverfälscht
zum Ausdruck bringen
können. …Gesetzliche Lohnfestsetzung, Obergrenzen
und so weiter
sind Unsinn. Unter dem heute geltenden Recht besitzen die Aktionäre keine
wirksame Waffe gegen eine unangemessene Entschädigungspolitik.
(...) Die Einführung einer institutionellen Kontrolle der
Entschädigungspolitik des Verwaltungsrates durch die
Generalversammlung ist unausweichlich. Sie ist die einzige Instanz, die
eine Gehaltspolitik auch mit sehr hohen Gehältern des
Managements nach innen und aussen legitimieren kann. |