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Die Kunst des stilvollen Verarmens |
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Donnerstag, 30. August 2007 |
Ein wirklich schönes Zitat von Helmut Berger hat Alexander von
Schönberg seinem ebenso klugen wie unterhaltsamen Buch als Motto
vorangestellt: "Es ist besser, man gewöhnt sich im Leben an den
Verlust. Man erspart sich viel Traurigkeit."
Gewöhnt hatte sich Schönburg in den Zeiten des Börsen- und Medienbooms
-- und mit ihm viele seiner Kollegen -- freilich an ganz andere Dinge.
An ein sattes Gehalt nämlich und das beruhigende Gefühl eines sicheren
Jobs mit vorprogrammierten Gehaltserhöhungen. Allen ging es gut. Und
den Medienschaffenden ganz besonders. Doch dann kam plötzlich alles
anders. Die Börse crashte, Tausende verloren ihre Jobs, neue gab es
nicht. Das Anzeigengeschäft brach, die Kreativen in den Werbeagenturen
und bald auch die Journalisten wie Schönburg verloren einer nach dem
anderen die so sicher geglaubte Anstellung. Und mit ihr auch das schöne
Geld, an das man sich gewöhnt hatte und auf das man doch zur
Aufrechterhaltung des erreichten Lebensstils so dringend angewiesen war…
Von Schönburg hat sich die Kunst, stilvoll zu verarmen, hart erarbeiten
müssen. Und er hat, wie man so schön sagt, das Beste aus seiner
Situation gemacht. Ein schönes Buch nämlich, mit dem er seinen
Leidensgenossen zeigt, wie man auch ohne Geld reich werden kann. Dass
dies nicht immer so einfach ist, belegt schon das von Winston Churchill
adaptierte Erfolgsrezept, mit dem Schönburg das Kapitel "Helden der
Armut" eröffnet: "Erfolg ist: Von Niederlage zu Niederlage zu gehen und
dabei den Enthusiasmus nicht zu verlieren."
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