|
Seite 1 von 3 "Gott sei Dank, wir haben ja noch Argentinien", sagte mein alter Freund Doug
Casey zuletzt an einem Abend.
Am vergangenen Freitag hat der amerikanische Aktienmarkt weitere 127 Punkte
eingebüßt. Fast alle Nachrichten sind schlecht. Die Verbraucher fahren die
Ausgaben zurück - und die Aktien des Einzelhandels sind um ungefähr 40%
gegenüber dem Gipfel gefallen. Sogar Wal-Mart - wo die Leute hingehen, wenn sie
nicht viel Geld ausgeben wollen - ist um 20% gefallen.
Um die amerikanischen Fabriken - die, die noch übrig sind - wird es auch
ruhiger. In der vergangenen Woche hörte man, dass die Produktion der Fabriken im
dritten Quartal um 6% eingebrochen ist. Das ist der schärfste Einbruch in 17
Jahren.
Am Sonntag bin ich in Buenos Aires zum Klang von Dudelsäcken in die Kirche
gegangen. Eine Kirche, die gegenüber der Ecke liegt, an der meine Wohnung ist,
bietet Gottesdienste in Englischer Sprache an. Vor dem Eingang der Kirche stand
ein Dudelsackspieler vollständig wie ein schottischer Highlander gekleidet. Was
tat er dort? Ich weiß es nicht. Ich habe meinen Weg die Straße hinunter zu einer
anderen Kirche fortgesetzt.
"Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gebührt", war der Leitsatz, der dem
gestrigen Gottesdienst zugrunde lag. Mein Spanisch ist nicht besonders gut. Aber
ich habe die Geschichte schon einmal gehört, so dass ich den Plot kannte. Die
Verantwortlichen des römischen Zeitalters versuchten in der Levante Jesus eine
Falle zu stellen. Sie gingen davon aus, dass er ein Rebell sei... ein
Unzufriedener... einer, der Probleme machen würde. Wenn sie ihn dazu bringen
könnten, zu sagen, dass keiner Steuern zahlen sollte, dann würden sie ihn in
Ketten legen können und ihn auf die Anklagebank bringen können. Aber Jesus war
zu schlau für sie. Anstatt in die Falle zu tappen, gab er ihnen eine gerissene
Antwort: Er warf ihnen eine Münze zu, auf der der Becher des Königs abgebildet
war und sprach die berühmten Worte: Was bedeutete das? Niemand wusste es so
genau.
Aber das Geld der Kaiser ist, was die Kaiser daraus machen. Sie haben Gold
und Silbermünzen verkleinert... und sie mit anderen Metallen verfälscht. Und als
die Leute versuchten, die Steuern mit diesen Münzen zu zahlen, da wurden sie
mindestens in einem Fall von den Steuereintreibern zum Nennwert abgelehnt. Die
Steuereintreiber wollten besseres Geld.
Imperien, die auf Schulden aufgebaut sind, fangen an einzubrechen", ist eine
weitere Schlagzeile in der New York Times. Das Römische Reich hat sich
verausgabt... und zu viel Geld ausgegeben... und ist dann zusammengebrochen kurz
nachdem Jesus starb. Heute scheint es ein anderes Imperium übertrieben zu
haben... mehr dazu später...
Argentinien steckt voller Überraschungen. Eine große Überraschung ist, dass
das Land der Pampa dem weltweiten Finanzinferno weitestgehend widerstehen
konnte. Am Wochenende brachte die Financial Times die Nachricht, dass:
Amerika die schlimmste Rezession in 26 Jahren bevorsteht."
Auch Europa hat einen großen Konjunkturrückgang vor sich. Und Asien - nun,
wenn die Aktienkurse wirtschaftliche Schwierigkeiten voraussagen, dann wird
Asien den gewaltigsten Einbruch überhaupt erleben.
Was war das nur für eine Woche", stichelt Dan Amoss. Man könnte das natürlich
über jede der vergangenen vier Wochen sagen. Der Kreditmarkt zeigt frühe
Anzeichen für ein Nachgeben, also kann der Aktienmarkt hoffentlich bald wieder
in das Geschäft einsteigen, Unternehmen zu bewerten, anstatt weiterhin eine
Geldquelle zu bleiben, die man unter die Matratzen stopfen kann."
|