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Seite 1 von 2 Freiheit für Bernie Madoff!Die Presse... die Anleger... die Regulatoren... sie alle verlangen Bernie
Madoffs Kopf.
Doch für mich ist er immer noch ein Held.
Er ist der Rod Blagojewich des Geldes - er zeigt uns, wie das System
wirklich funktioniert.
Er hat ein Fenster zur Finanzwelt geöffnet... und uns eine ganz beachtliche
und anschauliche Lektion erteilt... über das Investieren... über
Schneeballsysteme... über die Märkte... und über die Wall Street. Die Folge
einer Belehrung, die derart die Augen öffnet, wird Bernie Madoff den Anlegern
mehr Geld ersparen, als es der Börsenaufsicht jemals gelingen kann.
Sie werden gleich zweimal darüber nachdenken, ehe sie ihr Geld an Freunde
geben, damit sie es für sie anlegen... Sie werden ihre Augenbrauen hochziehen
und Zweifel hegen, wenn jemand verspricht, dass er dauerhaft hohe Erträge
liefern kann.
Die Staatsvertreter verurteilen Madoff, weil er ein Schneeballsystem im
Umfang von 50 Milliarden Dollar aufgebaut hat. Charles Ponzi hat sein Geld von
den Anlegern genommen, und es dazu verwendet, die Gewinne an die früheren
Investoren auszuschütten. Solange das neue Geld noch in das System geflossen
ist, hat es wunderbar funktioniert. Was ist also der Unterschied zwischen
Madoffs Schneballsystem und dem System, das von der Wall Street betrieben
wird... bei dem all die Investmenthäuser, die Ratingagenturen, die
Hypothekenunternehmer, Fannie Mae, Freddie Mac und die Regulatoren selbst
zusammengearbeitet haben?
Solange das Geld hier noch geflossen ist, hat sich auch niemand beschwert,
oder?
Ich werde gleich darauf zurückkommen.
Zuerst will ich mir aber ansehen, was gerade an der Wall Street los ist. Der
Markt erhielt am vergangenen Mittwoch die Gelegenheit, die Punkte zu
verbinden... und weiter darüber nachzudenken, was Ben Bernanke im Schilde
führt... und was das zu bedeuten hat.
Sie werden sich sicher noch daran erinnern, dass die Zentralbank den
Leitzinssatz auf Null gesenkt hat - und damit im Grunde genommen die gesamte
monetäre Munition in einer Salve verfeuert hat. Jetzt können die bevorzugten
Finanzunternehmen - das heißt, die Mitgliedsbanken des Federal Reserve Systems -
das Geld leihen, ohne dass sie dafür Zinsen bezahlen müssen.
Damit sollte die Sache doch wieder in Schwung kommen, oder? Nun, nicht
notwendigerweise. Kredite sind eingefroren, nicht, weil sie zu teuer sind...
sondern lediglich aus dem Grunde, dass die Kreditgeber Angst haben, dass sie ihr
Geld nicht mehr zurückbekommen werden. Die Anlagewerte fallen. Und auch die
Sicherheiten, gegen die die Banken das Geld verliehen haben, fallen im Preis.
Kredite, die noch vor sechs Monaten solide wirkten, scheinen heute gefährlich
zu einer Seite überladen. Da ergibt es mehr Sinn, einfach weiter am Bargeld
festzuhalten... zumindest wird dieses Geld nicht Konkurs anmelden oder
betrügen.
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