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Seite 1 von 2 "Ich, Franklin D. Roosevelt, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, erkläre hiermit, dass besagter Notstand weiterhin besteht und entsprechend dem besagten Notstand..."
Mit derartig blassen Worten, ging Amerikas Präsident in der Weltwirtschaftskrisenzeit von Unglück zu Heimtücke über. Die Verfügung des Präsidenten, die am 5. April 1933 herausgegeben wurde, konfiszierte sämtlichen privaten Goldbesitz der Amerikaner, damals im Wert von 20,67 Dollar pro Unze. Und im Januar 1934 hat der amerikanische Präsident dann den Goldpreis mit 35 Dollar festgelegt. Ganz plötzlich wurden die Dollar der Amerikaner um 69,3% entwertet."
Ich kann nicht sagen, ob dieser Akt des landesweiten schweren Diebstahls der Wirtschaft genutzt hat oder nicht. Es dauerte noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg, ehe die Wirtschaft sich vollständig erholt hatte. Und die amerikanischen Aktien haben erst in den fünfziger Jahren wieder die Höchstkurse von 1929 erreichen können.
Aber es gibt kaum einen Regierungsakt der so dumm oder so unbeholfen wäre, dass die folgenden Politiker es nicht noch schlimmer machen könnten. In der vergangenen Woche hat sich die Regierung unter Nguyen Tan Dung in der Mitte der Bühne postiert. Vietnam ist in der letzten Zeit zum größten Goldimporteur geworden, und das aus Gründen, aus denen die Menschen immer dazu wurden - als Möglichkeit sich selbst vor Papiergeld zu schützen.
Das Papier, um das es hier geht, nennt sich Dong. Es ist die offizielle Währung der sozialistischen Republik Vietnam. In der jüngsten Zeit hat der Dong gegenüber den Verbraucherpreisen um 25% jährlich an Wert verloren.
Noch vor einem Jahr hätte sich ein typisher vietnamesischer Investor an den Aktienmarkt gewendet, wenn er Schutz gesucht hätte... oder Wachstum. Aber die Aktienbörse der Ho Chi Min Stadt ist im Mai an jedem einzelnen Tag gefallen und seit Januar insgesamt um 60%. Er hätte aber auch Immobilien kaufen können.
Doch die jüngsten Abwärtstrends haben die Immobilien in Hanoi genauso schwer getroffen wie Nixons B-52s. Die Preise für Wohnungen in den Geschäftszentren sind, laut Morgan Stanley, in diesem Jahr bislang um die Hälfte gefallen.
Wie steht es mit dem Dollar, auch ein weit verbreiteter Schutzraum vor düsterem Geld an sonnigen Orten? Der Dong hat sich relativ dicht an den Dollar gehalten, aber er muss sich gefühlt haben, als sei er mit Handschellen an einen Leprakranken gefesselt. Seit der Zeit Roosevelts ist der Dollar von einem Zwanzigstel einer Unze Gold auf ein Tausendstel gefallen. In Dong oder in Dollar lag der durchschnittliche Goldpreis in diesem Jahr um 250 über dem durchschnittlichen Preis in der gleichen Phase im vergangnen Jahr - ein Wertverlust von 37% bei den Papierwährungen.
Doch vor einem Jahr war die ganze Welt noch ein sonnigerer Ort. Vietnam war so gesegnet, dass man auch in den Häusern Sonnenmilch auftragen musste. Es war das nächste asiatische Wunder" mit Wachstumsraten von mehr als 7% im vergangenen Jahrzehnt. Jung, wohlhabend und zuversichtlich", so beschrieb es der Economist. Die Löhne waren kaum die Hälfte der Löhne von China und die Produktivität wuchs schneller. Diem Bien Phu und die Tigerkäfige waren vergessen. Und ausländische Investitionen rollten ins Land wie ein Mercedes vom Frachtschiff.
Doch dann begann der Monsun. Und nirgends ist der Regen heftiger heruntergekommen als in den Straßen von Ho Chi Minh City. Der vietnamesische Aktienmarkt brachte bislang in diesem Jahr die schlechtsten Leistungen weltweit.
Die Vietnamesen haben die Amerikaner immer bewundert. Als Ho Chi Minh die Unabhängigkeit von Vietnam im Jahr 1945 verkündete, nach der Augustrevolution, hat der direkt bei Thomas Jefferson abgeschrieben. Alle Menschen wurden gleich erschaffen", begann er, sie sind von ihrem Schöpfer mit einigen unveräußerlichen Rechten begabt, worunter das Leben, die Freiheit und das Streben nach Besitz fallen."
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